Future Skills für KMU

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

Rezension: KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung. Titel: »Future Skills für KMU: Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen«. Stand: 4. Mai 2026.

Kompetenzentwicklung im Fokus: Eine Besprechung eines KOFA-Beitrags über Zukunftskompetenzen in kleinen und mittleren Unternehmen

Der vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) bereitgestellte Artikel »Future Skills für KMU: Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen« widmet sich der Frage, wie kleinere Betriebe dem rasanten Wandel der heutigen Arbeitswelt begegnen können.

Die Publikation bietet eine strukturierte Orientierungshilfe für eine vorausschauende Personalentwicklung.

Die strategische Notwendigkeit von Zukunftskompetenzen

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, ökologische Nachhaltigkeit und der demografische Wandel verändern traditionelle Berufsbilder grundlegend. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spüren den Fachkräftemangel besonders stark. Da ihnen oft Ressourcen für externe Neueinstellungen fehlen, sichert die Qualifizierung der eigenen Belegschaft die Existenz. Gezielte Weiterbildung stärkt die Anpassungsfähigkeit und fördert die Mitarbeiterbindung.

Die KOFA-Expertin Miriam Schöpp erklärt hierzu, dass Zukunftskompetenzen die Handlungsfähigkeit der Beschäftigten sicherten. Diese Fertigkeiten böten durch die Verbindung digitaler, sozialer und transformativer Aspekte einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2024 zum Thema Führung in der Transformation untermauert dies. Demnach gewinnen Kompetenzen in den Bereichen künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, Cloud-Strukturen, Datenanalyse, nachhaltige Produktion und psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) bis 2030 stark an Bedeutung.

Systematisierung der Kompetenzen nach dem Stifterverband

Die Veröffentlichung nutzt ein Modell des Stifterverbandes, das Qualifikationen in fünf Kategorien einteilt:

  • Grundlegende Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, Kooperation, Kommunikationsfähigkeit und Lernbereitschaft bilden das Fundament. Sie helfen, flexibel auf Probleme zu reagieren und neues Wissen eigenständig zu erwerben.
  • Transformative Zukunftskompetenzen befähigen zur aktiven Gestaltung des Wandels. Dazu gehören systemisches Denken, Innovationskraft, Nachhaltigkeitskompetenz und Ambiguitätskompetenz – die Fähigkeit zum konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten.
  • Gemeinschaftsorientierte Zukunftskompetenzen regeln das soziale Miteinander. Dialogfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein erleichtern die Kooperation in Teams sowie mit Kunden und Partnern.
  • Digitale Zukunftskompetenzen umfassen den reflektierten Umgang mit IT-Anwendungen und Daten, vom einfachen Softwaretool bis zur Nutzung künstlicher Intelligenz.
  • Technologische Zukunftskompetenzen beinhalten schließlich tiefgehendes Fachwissen über Schlüsseltechnologien wie Data Science, Robotik und Cybersicherheit.

Systematisches Vorgehen bei der Bedarfsanalyse

Ein siebenstufiges Verfahren des KOFA hilft Betrieben bei der Bedarfsanalyse. Zuerst werden betriebliche Veränderungen analysiert und daraus im zweiten Schritt die benötigten Qualifikationen abgeleitet. Der dritte Schritt erfasst die vorhandenen Kompetenzen über eine Qualifikationsmatrix.

Es folgt viertens die Bewertung dieser Fähigkeiten durch strukturierte Selbst- und Fremdeinschätzungen in Mitarbeitergesprächen. Der fünfte Schritt plant individuelle Entwicklungsprozesse, während der sechste Schritt die Maßnahmen regelmäßig auswertet. Den Abschluss bildet die Dokumentation der Lernfortschritte im siebten Schritt.

Praxisnahe Umsetzung im Betriebsalltag

Der Artikel empfiehlt, das Lernen direkt in den Arbeitsalltag einzubinden. Im Mittelpunkt steht anwendungsorientiertes Handeln statt reinem Wissenserwerb.

Grundlegende Kompetenzen wachsen durch Jobrotation oder gemeinsame Teamreflexionen. Transformative Fähigkeiten entstehen durch aktive Mitarbeit an betrieblichen Innovations- und Nachhaltigkeitsprojekten.

Interdisziplinäre Projektteams und strukturierte Feedbackformate fördern das gemeinschaftliche Miteinander. Digitale und technologische Qualifikationen lassen sich durch kurze Lerneinheiten (Micro-Learning), direkte Softwareanwendung und selbstgesteuertes Lernen auf Plattformen etablieren.

Zusammenfassend bietet der KOFA-Beitrag KMU eine strukturierte Anleitung für den Wandel. Die Verknüpfung von systematischer Bedarfsanalyse und arbeitsplatznahem Lernen erweist sich als wirksamer Hebel zur Kompetenzsicherung. 


In aller Kürze
Die Rezension analysiert den KOFA-Leitfaden zu Future Skills in KMU. Dieser beschreibt fünf Kompetenzkategorien, ein siebenstufiges Verfahren zur Bedarfsanalyse sowie praxisnahe Methoden für arbeitsplatznahes Lernen.


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