Ausbildungsmarkt Hauptstadtregion: Zwischen Wachstum und Fachkräftesuche

Industrie und Handel bleiben Spitzenreiter – trotz leichten Rückgangs
In Berlin und Brandenburg wächst die Zahl der jungen Menschen in einer dualen Ausbildung bereits das zweite Jahr hintereinander. 2025 stieg sie in Berlin um 2 Prozent auf 35.943, in Brandenburg um etwas mehr als 1 Prozent auf 27.483.
Das teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Insgesamt befanden sich in der Hauptstadtregion damit 63.426 Personen in einer dualen Ausbildung – ein Drittel von ihnen Frauen.
.png)
Neue Verträge, altbekannte Favoriten
Besonders aussagekräftig für die Dynamik am Ausbildungsmarkt ist die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge: 25.155 waren es 2025 in beiden Bundesländern zusammen, 14.505 davon in Berlin, 10.650 in Brandenburg. Die meisten Neuabschlüsse entfielen erneut auf den Bereich Industrie und Handel – auch wenn dieser mit einem leichten Rückgang um gut 1 Prozent zu kämpfen hatte.
Bei den beliebtesten Ausbildungsberufen zeigt sich ein Ost-West-Gefälle innerhalb der Region: In Berlin führten die Zahnmedizinischen Fachangestellten mit 859 neuen Verträgen die Liste an, in Brandenburg blieben wie schon in den Vorjahren die Kraftfahrzeugmechatroniker*innen mit 686 Neuabschlüssen die gefragteste Wahl.
Während sich Berlins Azubis also eher für einen Beruf im Gesundheitswesen entscheiden, bleibt Brandenburg seiner technisch-handwerklichen Prägung treu.
Deutlich mehr ausländische Auszubildende
Ein auffälliger Trend betrifft die internationale Zusammensetzung der Azubi-Jahrgänge: Die Zahl ausländischer Auszubildender stieg in der Hauptstadtregion gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent – in Berlin auf 6.558, in Brandenburg auf 2.220. Damit machen sie in Berlin bereits 18 Prozent aller Auszubildenden aus, in Brandenburg 8 Prozent.
Die Herkunft der ausländischen Azubis fällt in beiden Ländern unterschiedlich aus. In Berlin stellten Personen mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit mit 990 die größte Gruppe (15 Prozent), gefolgt von Auszubildenden mit syrischer Staatsangehörigkeit (612, entsprechend 9 Prozent). In Brandenburg dominierte ebenfalls die vietnamesische Gruppe mit 438 Personen (20 Prozent), an zweiter Stelle folgten Auszubildende mit ukrainischer Staatsangehörigkeit (255, 11 Prozent) – ein Hinweis darauf, wie stark sich Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre inzwischen auch im Ausbildungsmarkt niederschlagen.
Der anhaltende Zuwachs bei den Ausbildungszahlen fällt in eine Zeit, in der viele Betriebe bundesweit über unbesetzte Lehrstellen klagen. Dass sich in Berlin und Brandenburg ein gegenläufiger Trend zeigt, dürfte auch mit der wachsenden Zahl internationaler Bewerber*innen zusammenhängen, die zunehmend Lücken füllen, die demografisch bedingt entstehen.
In aller Kürze
Berlin und Brandenburg verzeichnen 2025 erneut mehr Azubis: 63.426 insgesamt, ein Drittel Frauen. Ausländische Auszubildende legten um 20 Prozent zu, vor allem aus Vietnam.
VERWEISE
- Berufsbildungsstatistik 2025 Berlin und Brandenburg ...
- siehe auch: »Duale Berufsausbildung: 2,8 Prozent weniger Neuverträge im Jahr 2025« ...
Das könnte Sie auch interessieren...
Sachsens duale Berufsausbildung wächst im dritten Jahr in Folge In Sachsen setzt sich ein Trend fort, den viele Bildungspolitiker*innen seit Jahren herbeisehnen: Die Zahl der jungen Menschen in dualer Berufsausbildung steigt wieder. Zum …
So wenige Azubis wie nie: Rheinland-Pfalz meldet Negativrekord Rheinland-Pfalz verzeichnet so wenige Auszubildende wie nie zuvor seit Beginn der amtlichen Zählung. Die zuständigen Kammern meldeten dem Statistischen Landesamt in Bad Ems für das …
NRW-Berufsbildungsstatistik 2025: Deutlicher Rückgang bei Neuabschlüssen In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im dualen System 2025 erstmals seit Beginn der Berufsbildungsstatistik in den 1970er Jahren unter …
Weniger Azubis in Hessen: Deutlicher Rückgang in der Hotellerie In Hessen haben 2025 insgesamt 32.900 junge Menschen eine duale Berufsausbildung begonnen – 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr und 10,5 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Besonders …