Handyverbot an Schulen: Strenger als vom Land verlangt

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Landesvorgaben spielen beim Handyverbot eine Nebenrolle

Während in den Ländern noch über Handyverbote gestritten wird, haben viele Schulen längst Fakten geschaffen. Feste Smartphone-Regeln gibt es inzwischen fast überall – und oft fallen sie strenger aus, als es das jeweilige Land verlangt.

Das ergibt eine Befragung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) im Rahmen der SENSE-Studie unter 827 Eltern von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren.

Grundschulen greifen am konsequentesten durch

An Grundschulen berichten 67 Prozent der Eltern von einem ganztägigen Verbot, weitere 12 Prozent davon, dass die Geräte im Unterricht abgegeben oder gesondert verwahrt werden. In der Sekundarstufe I, also bei Elf- bis 16-Jährigen, geht es lockerer zu: 39 Prozent nennen ein ganztägiges Verbot, 22 Prozent eine Abgabepflicht im Unterricht.

Erstaunlich wenig hängt dabei an den Landesvorgaben. In Ländern mit weitgehendem Verbot melden 88 Prozent der Grundschuleltern ein Verbot oder eine Aufbewahrungspflicht, in Ländern ohne solche Vorgaben immerhin 77 Prozent. In der Sekundarstufe I stehen 71 gegenüber 60 Prozent. Mehr Gewicht haben das Alter der Kinder und die Schulform.

 

Smartphones in der Schule

 

Studien-Mitautorin Dr. Mira Fischer zufolge debattieren die Länder über Verbote, die vielerorts schon Alltag seien. Eine bundesweit einheitliche Regel, wie sie eine Expertenkommission im September 2026 empfohlen hat, würde die Praxis eher vereinheitlichen als umkrempeln – an Grundschulen käme sie fast einer Bestätigung des Bestehenden gleich.

Je strikter, desto größer der Rückhalt

Klare Grenzen stoßen bei Eltern überwiegend auf Zustimmung, und zwar umso mehr, je strenger sie sind. Gilt in der Sekundarstufe I ein ganztägiges Verbot, halten 81 Prozent die Regel für ausreichend.

Bei Abgabe im Unterricht sind es 68 Prozent, bei erlaubter Nutzung in den Pausen 49 Prozent. Dürfen Smartphones im Unterricht für schulische Zwecke genutzt werden, sind nur noch 36 Prozent zufrieden. An Grundschulen zeigt sich ein ähnliches Muster – unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern.

Zu Hause bleibt das Handy ein Reizthema

An der Haustür endet die Wirkung schulischer Regeln jedoch weitgehend. Elf- bis 16-Jährige verbringen laut ihren Eltern daheim gut drei Stunden täglich mit digitalen Medien.

37 Prozent der Eltern von Kindern in der Sekundarstufe I fällt es schwer, eigene Regeln konsequent durchzusetzen, 34 Prozent sind unsicher, welche Regeln überhaupt sinnvoll wären, und 21 Prozent empfinden die Diskussionen als Belastung für die Familie. Mit den Vorgaben der Schule hängt all das nicht zusammen.

Für die SENSE-Studie befragte die Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM) im Auftrag des BiB vom 21. Mai bis 21. Juni 2026 insgesamt 3.600 Personen ab 18 Jahren.


In aller Kürze
Viele Schulen regeln Smartphones strenger als vom Land verlangt, so eine BiB-Befragung. Eltern unterstützen strikte Regeln – zu Hause bleibt der Umgang mit dem Handy aber schwierig.


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