IT-Berufe: Frauenanteil wächst – aber nur im Schritttempo

Themenkreis Frauen in Beruf und Karriere

Frauen in der IT: Je anspruchsvoller die Aufgabe, desto häufiger sind sie dabei

Wer in Deutschland Frauen in IT-Berufen sucht, trifft sie eher in anspruchsvollen Positionen als auf Fachkraftebene. Rund 186.000 Frauen arbeiteten 2025 als Spezialistinnen oder Expertinnen in Informatik- und anderen IKT-Berufen – fast sechsmal so viele wie auf Fachkraftebene, wo knapp 32.000 Frauen tätig waren.

Das geht aus einer Datenauswertung des Projekts tech2STAY auf Basis der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. 

Drei Stufen der Komplexität

Die Bundesagentur für Arbeit ordnet Berufe nach ihrem Anforderungsniveau. Fachkräfte, etwa in der Systemintegration, erledigen fachlich ausgerichtete Aufgaben. Spezialist*innen wie Data Analyst*innen bewältigen komplexe Tätigkeiten mit vertieftem Fachwissen.

An der Spitze stehen Expert*innen, zum Beispiel KI-Engineers, deren hoch komplexe Arbeit umfangreiche wissenschaftliche oder spezialisierte Qualifikationen verlangt.

Aufwärts – aber eher im Schritttempo

Zwischen 2015 und 2025 legte der Frauenanteil auf allen drei Ebenen zu, wenn auch ohne großen Sprung. Bei den Fachkräften kletterte er von 14,9 auf 16,3 Prozent. Die Spezialistinnen kamen von 17,4 auf 20,3 Prozent; damit ist hier inzwischen etwa jede fünfte Stelle mit einer Frau besetzt – mehr als auf jeder anderen Stufe.

Am stärksten zogen die Expertinnen an: Mit einem Plus von 4,1 Prozentpunkten erreichten sie 18,1 Prozent. Seit 2018 liegt der Frauenanteil dort konstant über dem der Fachkräfte.

Die Ausbildung als Nadelöhr

Warum hinkt ausgerechnet die Fachkraftebene hinterher? Ein Grund dürfte in den Zugangswegen liegen. Diese Tätigkeiten führen häufiger über eine Berufsausbildung als über ein Studium – und in Informatik-Ausbildungsberufen sind Frauen bislang noch seltener vertreten als in informatiknahen Studiengängen.

Ein Muster, viele Berufsgruppen

Das Bild wiederholt sich in sämtlichen IT-Berufsgruppen: Überall stellen die Spezialistinnen den höchsten Frauenanteil.

Vorn liegt die Gruppe IT-Systemanalyse, Anwenderberatung und IT-Vertrieb, in der unter den Spezialist*innen jede vierte Stelle (25,4 Prozent) auf eine Frau entfällt. In der Informatik klafft zwischen Spezialist*innen (23,5 Prozent) und Fachkräften (16,3 Prozent) eine Lücke von mehr als sieben Prozentpunkten. In Netzwerktechnik und Softwareentwicklung dagegen bleibt der Frauenanteil auf allen Ebenen unter 20 Prozent.


In aller Kürze
Frauen in IT-Berufen arbeiten fast sechsmal so oft als Spezialistinnen oder Expertinnen wie als Fachkräfte. Ihr Anteil wächst seit 2015 auf allen Ebenen – allerdings nur langsam.


  VERWEISE  


Das könnte Sie auch interessieren...

Breites Fundament, schmale Spitze: Wenige Chefinnen in Deutschland Fast jede zweite erwerbstätige Person in Deutschland ist eine Frau, in den Chefsesseln kommt davon jedoch wenig an: 2025 waren nur 30,3 Prozent der Führungspositionen hierzulande …

Platz vier weltweit: Studienland Deutschland behauptet sich Deutschland bleibt für junge Talente aus aller Welt ein Magnet. Im Wintersemester 2025/26 waren rund 426.200 internationale Studierende und Promovierende an deutschen Hochschulen …

01.09.2026

Impulspapier zum handlungsorientierten Lernen: Engagiert, aber wenig selbstkritisch Rezension zu: Bündnis für Bildung e.V., »Relevanz & Dringlichkeit von handlungsorientiertem Lernen für das deutsche Bildungssystem«, Impulspapier, Juni 2026 …

Frauenanteil in Parlamenten wächst weiter nur im Trippelschritt Frauen sind in den Parlamenten der deutschen Bundesländer im Schnitt zu 33,4 Prozent vertreten. Zum Stichtag 1. September 2026 meldet das Statistische Bundesamt einen leichten Anstieg …