KI-generierte Unternehmenskommunikation kostet Vertrauen

Themenkreis HR und Personalführung

Menschliche Verantwortung bleibt Trumpf – auch im KI-Zeitalter

Wer als Unternehmen komplett auf künstliche Intelligenz setzt, um nach außen zu kommunizieren, geht ein Risiko ein, das viele offenbar unterschätzen. Mehr als jede dritte deutsche Führungskraft – 36 Prozent – würde einem Unternehmen weniger vertrauen, wenn dessen Kommunikation vollständig von KI stammt. Nur rund jede fünfte Führungskraft, 22 Prozent, reagiert aufgeschlossen und schenkt einem solchen Unternehmen sogar mehr Vertrauen. Für 39 Prozent macht es keinen Unterschied.

Das zeigt die 13. Welle des »Expleo AI Pulse«, einer monatlichen Befragung von Führungskräften im Auftrag des Beratungsunternehmens Expleo.

Dr. Yusuf Erdogan von Expleo, ordnet die Zahlen ein: Künstliche Intelligenz könne Werbung, Marketingmaterialien und jegliche Unternehmenskommunikation zwar schnell und günstig erstellen. Verschwinde der Mensch jedoch vollständig aus dem Prozess, werde das für Unternehmen teuer – vor allem beim Vertrauen.

Entscheidend sei nicht, ob KI überhaupt zum Einsatz komme, sondern wie Unternehmen bewusst menschliche Verantwortung im Prozess verankerten.

Tiefer Graben zwischen den Hierarchieebenen

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die einzelnen Managementebenen der europäischen Gesamtstichprobe. Unternehmensinhaber*innen und Eigentümer*innen zeigen sich am aufgeschlossensten: Bei 45 Prozent von ihnen steigt das Vertrauen, wenn Kommunikation vollständig KI-generiert ist, nur bei rund 27 Prozent sinkt es. Im Junior Management kehrt sich dieses Bild nahezu um. Dort wächst das Vertrauen lediglich bei 19 Prozent, während es bei 47 Prozent sinkt – ein Unterschied, der zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Entwicklung je nach Position wahrgenommen wird.

Eine ähnliche Kluft war bereits im Mai sichtbar geworden, als es um Fragen der KI-Governance ging. Damals zeigten sich 85 Prozent der Eigentümer*innen überzeugt, im Fall eines KI-Vorfalls eine verantwortungsvolle Governance nachweisen zu können. Im Junior Management traute sich das nur gut jede zweite Führungskraft zu, 53 Prozent.

Die Untersuchung führt das darauf zurück, dass es innerhalb einer Organisation selten ein einheitliches Verständnis davon gebe, was angemessener KI-Einsatz eigentlich bedeute. Wenn Führungsebenen Chancen, Risiken und Vertrauensfragen derart unterschiedlich bewerteten, könne das auch an Risiken liegen, die auf der operativen Ebene deutlich sichtbarer seien als im Management selbst.

Hintergrund
Der »Expleo AI Pulse« wird seit August 2025 monatlich in Deutschland, Irland, Großbritannien und Frankreich erhoben und liefert repräsentative Stimmungsbilder zum KI-Einsatz in Unternehmen. Die aktuelle Welle stammt aus der Feldphase August 2026. Pro Land werden 200 Führungskräfte aus Branchen wie IT, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Handel, Ingenieurwesen sowie Transport und Logistik befragt, insgesamt 800 im Monat. Durchgeführt wird die Erhebung von der Insights-Agentur Opinium im Auftrag von Expleo.


In aller Kürze
36 Prozent der Führungskräfte vertrauen KI-generierter Unternehmenskommunikation weniger, nur 22 Prozent mehr. Eigentümer*innen sind aufgeschlossen, das Junior Management skeptisch.


  VERWEISE  


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