Soziale Medien knacken Rekordwert als Nachrichtenquelle

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Digital News Report 2026: Deutschland vertraut, aber zweifelt

Soziale Netzwerke sind für die erwachsenen Onliner in Deutschland so bedeutsam wie nie zuvor, wenn es um den Zugang zu Nachrichten geht.

Das belegen die aktuellen Zahlen des Digital News Report 2026 vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, der in Kooperation mit dem Reuters Institute for the Study of Journalism entstand.

18 Prozent der Befragten nennen Plattformen wie Facebook, YouTube oder Instagram inzwischen als ihre wichtigste Nachrichtenquelle – ein neuer Höchststand seit Beginn der Erhebung.

Junge Menschen treiben den Wandel

Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei jungen Erwachsenen. Unter den 18- bis 24-Jährigen bezeichnen 44 Prozent soziale Medien als Hauptquelle, deutlich mehr als noch 2025 mit 34 Prozent. Für 17 Prozent dieser Altersgruppe sind Instagram, TikTok und Co. sogar die einzige Verbindung zum aktuellen Geschehen.

Insgesamt nutzen 90 Prozent der Onliner mehrmals wöchentlich Nachrichten in irgendeiner Form, während das grundsätzliche Interesse mit 51 Prozent leicht rückläufig bleibt.

Wachsende Sorge vor Falschmeldungen

Parallel zum Bedeutungszuwachs sozialer Medien wächst die Skepsis gegenüber Falschinformationen spürbar. Fast die Hälfte der Befragten – 49 Prozent – äußert Sorge, bei Online-Nachrichten nicht zwischen Fakten und Falschmeldungen unterscheiden zu können. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber den Vorjahren, in denen dieser Wert bei 42 Prozent lag.

Das allgemeine Vertrauen in die Nachrichtenlandschaft in Deutschland bleibt dabei mit 46 Prozent stabil. Deutlich höher fällt das Vertrauen aus, wenn Befragte konkret an die von ihnen selbst genutzten Quellen denken: Hier sagen 58 Prozent, dem Großteil davon meist vertrauen zu können.

Menschen bewerten also die eigene, bewusst gewählte Nachrichtendiät positiver als die Medienlandschaft insgesamt – ein Muster, das sich seit Jahren zeigt.

KI-Chatbots bleiben eine Randnotiz

Generative KI-Chatbots spielen für die Nachrichtennutzung bislang kaum eine Rolle: Nur fünf Prozent der Befragten griffen in der vergangenen Woche auf ChatGPT, Gemini oder ähnliche Anwendungen zurück, um sich zu informieren.

Wer sie nutzt, stellt vor allem Rückfragen zu Themen oder lässt sich Inhalte zusammenfassen. Das Vertrauen in solche KI-Antworten fällt mit 13 Prozent ähnlich gering aus wie das Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien.

Fernsehen behauptet sich bei Älteren

Auch das lineare Fernsehen behauptet trotz langfristig sinkender Reichweiten seinen Platz: 59 Prozent der Onliner schalten wöchentlich Nachrichtensendungen ein, bei den über 55-Jährigen sind es sogar 77 Prozent.

Für das Bezahlverhalten gilt weiterhin: Mit elf Prozent zahlt nur eine Minderheit für Online-Nachrichten, wobei besonders 25- bis 34-Jährige zunehmend bereit sind, dafür Geld auszugeben.


In aller Kürze
Soziale Medien erreichen 2026 einen Rekordwert als Hauptnachrichtenquelle in Deutschland, während gleichzeitig die Sorge vor Falschmeldungen deutlich zunimmt. KI-Chatbots bleiben für Nachrichten eine Randerscheinung.


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