Sommerurlaub: Digitale Auszeit bleibt die Ausnahme

Themenkreis KI, Digitalisierung, Digitale Transformation

Nur ein Tag ohne Smartphone: Digital Detox bleibt meist kurz

Handy aus, Buch auf: Für gut jeden fünften Menschen in Deutschland gehört dieser Sommer der bewussten Funkstille.

Nach einer repräsentativen Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom planen 22 Prozent der Menschen, die in diesem Jahr Sommerurlaub machen, eine gezielte Auszeit von privaten digitalen Geräten und Anwendungen – vom Smartphone über soziale Netzwerke bis zum Videostreaming.

Befragt wurden dafür 1.004 Personen ab 16 Jahren, darunter 638 mit konkreten Urlaubsplänen für den Sommer.

Kurze Pause statt langem Verzicht

Von großer Konsequenz kann bei den meisten allerdings keine Rede sein. 13 Prozent wollen sich nur einen einzigen Tag lang digital zurückziehen, 5 Prozent mehrere Tage, 3 Prozent eine ganze Woche. Für mehr als sieben Tage entscheidet sich gerade einmal 1 Prozent.

Im Durchschnitt kommt eine geplante Auszeit auf knapp drei Tage – ein Wert, der zeigt, dass der digitale Ausstieg für die meisten eher symbolischer Natur ist als radikaler Bruch. Immerhin 2 Prozent der Befragten geben an, ohnehin schon im Alltag komplett auf digitale Geräte zu verzichten.

Ältere Generation zeigt mehr Konsequenz

Besonders auffällig ist der Generationenunterschied. Unter den 16- bis 29-Jährigen planen nur 17 Prozent einen digitalen Rückzug – und das im Schnitt für rund zwei Tage. Wer dagegen 65 Jahre oder älter ist, geht das Thema entschlossener an: 32 Prozent dieser Altersgruppe wollen im Urlaub bewusst offline gehen, durchschnittlich für drei Tage.

Zwischen den Geschlechtern fallen die Unterschiede geringer aus: 22 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen nehmen sich eine Auszeit vor, wobei Männer mit durchschnittlich drei Tagen etwas länger durchhalten wollen als Frauen mit rund zwei Tagen.

Der Urlaub als Anlass zur Selbstreflexion

Bitkom ordnet die Ergebnisse als Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach bewusstem Umgang mit digitalen Gewohnheiten ein. Die freie Zeit im Urlaub eigne sich besonders gut, um das eigene Nutzungsverhalten von Smartphone, sozialen Medien und Co. zu hinterfragen.

Gleichzeitig sei die Ferienzeit auch eine Gelegenheit, digitale Angebote intensiver zu nutzen, die der Entspannung dienen – etwa das lang aufgeschobene E-Book oder der Lieblingspodcast. Digital Detox und digitaler Genuss schließen sich demnach im Urlaub keineswegs aus, sondern treten oft nebeneinander auf.

Die Befragung wurde von Bitkom Research telefonisch in den Kalenderwochen 17 bis 21 des Jahres 2026 durchgeführt und ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren.


In aller Kürze
22 Prozent der Sommerurlauber*innen planen laut Bitkom-Umfrage eine digitale Auszeit – meist nur für einen Tag. Ältere sind mit durchschnittlich drei Tagen konsequenter als junge Menschen.


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