Sachsen-Anhalt: Mehr Frauen als Männer bildeten sich weiter

Themenkreis Weiterbildung und Lernen

Menschen mit Hochschulabschluss häufiger in Weiterbildung als Personen mit Berufsausbildung

Rund 150.000 Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter über 15 Jahren hätten sich in den vergangenen zwölf Monaten beruflich weitergebildet, meldet das Statistische Landesamt unter Berufung auf Erstergebnisse des Mikrozensus 2025.

Auffällig: Frauen zeigten sich lernbereiter als Männer. 78.000 von ihnen hätten an einer Weiterbildung teilgenommen, bei den Männern seien es 72.000 gewesen – ein Unterschied, der sich durch alle Altersgruppen ziehe.

Lernen bleibt kein Privileg der Jungen

Besonders aktiv zeigte sich die Gruppe der 35- bis unter 45-Jährigen: 42.000 Menschen in dieser Lebensphase hätten eine berufliche Weiterbildung absolviert – mehr als in jeder anderen Altersgruppe.

Doch auch wer längst die Lebensmitte überschritten hat, lernt offenbar weiter. Unter den 55- bis unter 65-Jährigen habe etwa jede zehnte Person, insgesamt 36.000, innerhalb des vergangenen Jahres eine Weiterbildung durchlaufen. Von einem Rückzug älterer Beschäftigter aus dem lebenslangen Lernen kann demnach keine Rede sein.

Bildungsgrad entscheidet über Weiterbildungschancen

Ein Blick auf die Vorbildung offenbart ein deutliches Gefälle. 91 Prozent aller Weiterbildungsteilnehmenden verfügten bereits über einen beruflichen Abschluss – 62.000 über eine klassische Berufsausbildung oder einen Lehrberuf, 49.000 über einen Hochschulabschluss.

Setzt man diese Zahlen jedoch ins Verhältnis zur jeweiligen Gesamtgruppe, kehrt sich das Bild um: Von den insgesamt 1.024.000 Personen mit Berufsausbildung habe sich lediglich jede 17. weitergebildet. Bei den 264.000 Akademikerinnen und Akademikern sei es dagegen jede fünfte Person gewesen.

Wer bereits akademisch qualifiziert ist, bildet sich demnach deutlich häufiger weiter als Facharbeiterinnen und Facharbeiter – ein Muster, das sich bundesweit in ähnlicher Form wiederfindet und Fragen nach der Durchlässigkeit betrieblicher Weiterbildungsangebote aufwirft.

Weiterbildung bleibt fest an Erwerbstätigkeit gekoppelt

Die überwiegende Mehrheit der Lernenden stand mitten im Berufsleben: 136.000 der Teilnehmenden, also 91 Prozent, waren erwerbstätig gewesen. Erwerbslose und Nichterwerbspersonen bildeten damit nur eine kleine Minderheit.

Das unterstreicht, wie eng berufliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt weiterhin an bestehende Beschäftigungsverhältnisse gebunden ist – während Menschen ohne Job seltener Zugang zu entsprechenden Angeboten finden.

Zur Methodik
Der Mikrozensus ist eine jährliche 1%ige Stichprobenerhebung der Privathaushalte. Bei den Angaben handelt es sich um erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025. Betrachtet wurden Personen in Hauptwohnsitzhaushalten.


In aller Kürze
Mikrozensus 2025: 150.000 Sachsen-Anhalter*innen bildeten sich weiter, Frauen häufiger als Männer. Akademiker*innen nutzen Weiterbildung fünfmal öfter als Menschen mit Berufsausbildung.


  VERWEISE  


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