Alterssurvey: So viele Ältere nutzen Weiterbildungsangebote

Themenkreis Demografie und Alternde Belegschaften

Lernen kennt kein Alter: Weiterbildung bleibt auch in der zweiten Lebenshälfte gefragt

Wer Weiterbildung für ein Thema der Jüngeren hält, liegt daneben. Auch Ältere lernen weiter, im Job ebenso wie in der Freizeit.

Deutscher Alterssurvey (DEAS)

Eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte.

Im Rahmen der Studie werden seit drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt, die letzte Befragung fand 2023 statt.

Aktuelle Auswertungen des Deutschen Alterssurveys (DEAS) liefern dafür Zahlen, anlässlich des OECD-Bildungsberichts vom 29. September 2026.

Beruflich: weniger Teilnahme, aber kein Stillstand

71,9 Prozent der erwerbstätigen 43- bis 55-Jährigen besuchten in den vergangenen drei Jahren eine berufliche Weiterbildung. Bei den 56- bis 65-Jährigen sind es 48,5 Prozent. Das ist deutlich weniger, aber immer noch fast jede*r Zweite.

Eine Längsschnittstudie mit DEAS-Daten kommt zu einem weiteren Ergebnis: Bei den 55- bis 59-Jährigen ging Weiterbildung mit einem um etwa fünf Monate höheren geplanten Renteneintrittsalter einher.

Möglicherweise wägen Beschäftigte in diesem Alter stärker ab, wie lange sie arbeiten können und wollen. Zudem könnte eine Weiterbildung als Signal ankommen: Der Arbeitgeber setzt weiter auf Ältere und investiert in sie. Das kann die Bereitschaft erhöhen, länger im Unternehmen zu bleiben.

Weiterbildungsteilnahme (DEAS)

Freizeit: Lernen auch jenseits der 75

Kurse und Vorträge außerhalb des Berufs besuchten 70,5 Prozent der 43- bis 55-Jährigen. Mit steigendem Alter sinkt der Anteil, bei den 56- bis 65-Jährigen auf 46,1 Prozent, bei den 66- bis 75-Jährigen auf 33,0 Prozent.

Von den ab 76-Jährigen bildet sich mit 18,7 Prozent trotzdem noch fast jede fünfte Person weiter.

Bildung als Türöffner zum Ehrenamt

Non-formale Bildung, also etwa Kurse an Volkshochschulen, Workshops und Vorträge, wirkt dabei wie ein Türöffner.

Eine DZA-Untersuchung zur Nacherwerbsphase ergab: Wer solche Formate nutzte, übernahm mit höherer Wahrscheinlichkeit ein neues Ehrenamt. Das gilt zumindest für Personen mit Ausbildungsabschluss.

Der Bildungsstand entscheidet mit

Sowohl bei der beruflichen als auch bei der privaten Weiterbildung besteht ein Gefälle: Menschen mit hohem Bildungsstand nehmen häufiger teil als jene mit mittlerem oder niedrigem.

Bildungswege werden früh im Leben gelegt und wirken lange nach. Angebote sollten deshalb Menschen mit unterschiedlichem Alter und unterschiedlicher Bildungsbiografie ansprechen. Das könnte den Verbleib im Erwerbsleben verlängern und nach dem Berufsende über ein Ehrenamt die gesellschaftliche Teilhabe stärken.


In aller Kürze
Auch in der zweiten Lebenshälfte lernen viele weiter: 71,9 Prozent der 43- bis 55-jährigen Erwerbstätigen beruflich, 18,7 Prozent der ab 76-Jährigen in der Freizeit. Der Bildungsstand prägt den Zugang.


  VERWEISE  


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