PISA 2025: Wenn Bildung zu spät beginnt

Themenkreis Frühe Bildung und Schule

PISA im Bundestag: Einigkeit über den frühen Start

Deutschlands Schüler*innen schneiden bei PISA so schwach ab wie nie. Im Bundestagsausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ging es am Donnerstag in einem öffentlichen Fachgespräch um die Ergebnisse der Studie 2025 und um die Frage, wo eine Kehrtwende ansetzen muss. Die Antwort fiel bemerkenswert einmütig aus: möglichst früh.

Abwärtstrend auf ganzer Linie

Seit rund zehn Jahren sinken die Leistungen in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Studienleiter Samuel Greiff sprach von einem historischen Tiefstand. Der Rückgang betreffe alle Gruppen, Sorge bereite vor allem der wachsende Anteil leistungsschwacher Jugendlicher.

Zudem hänge der Bildungserfolg hierzulande ungewöhnlich stark von der sozialen Herkunft ab. Diese Kluft sei in den vergangenen zehn Jahren noch gewachsen, während sie in OECD und EU weitgehend stabil geblieben sei. Kanada und Estland bewiesen, dass hohe Leistung und faire Chancen durchaus zusammenpassen.

Die Kita als Weichenstelle

Greiff, Professor an der Technischen Universität München, plädiert deshalb für frühe Förderung. Schon in der Kita müsse erkannt werden, welche Kinder Unterstützung brauchen, und diese müsse dann verbindlich bereitstehen. Andere Staaten nutzten die Jahre vor der Grundschule längst gezielter als Deutschland. Eine Verschulung des Kindergartens sei damit ausdrücklich nicht gemeint.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte die Ergebnisse enttäuschend und nicht hinnehmbar, hält eine Trendwende aber für möglich. Statt wechselnder Einzelprogramme brauche es eine klare Strategie, getragen von Bund, Ländern und Kommunen. Nach dem erfolgreichen Kita-Ausbau gehe es nun um Qualität: Das Startchancenentwicklungsgesetz solle verbindliche Diagnostik und Förderung spätestens ab vier Jahren sichern und Kitas in schwierigen Lagen stärken. Auch die Lehrkräftebildung will Prien verbessern, vom Studium bis zur Fortbildung im Beruf.

Bayern als Vorbild

Anna Stolz (Freie Wähler), bayerische Kultusministerin und Vorsitzende der Bildungsministerkonferenz, betonte, man fange nicht bei Null an. Das Grundschulprogramm StarS erhebe früh den Lernstand, fördere gezielt und prüfe danach, ob die Hilfe gewirkt habe.

Im IQB-Roadmap-Prozess setzen Bund und Länder vorrangig auf datengestützte Schulentwicklung, bessere Lernvoraussetzungen und Bildungsforschung. Die verpflichtende Sprachstandserhebung mit anschließender Förderung habe in Bayern schon nach einem Jahr deutliche Fortschritte gebracht. Eine bundesweite Einführung hält Stolz für sinnvoll.

Etwas Zuversicht steuerte das Saarland bei: Staatssekretärin Jessica Heide verwies darauf, dass sich Jugendliche in Deutschland ihrer Schule stärker zugehörig fühlen als im OECD-Schnitt.


In aller Kürze
PISA 2025 zeigt historisch schwache Leistungen und wachsende soziale Ungleichheit. Fachleute und Politik setzen auf frühe, verbindliche Förderung ab der Kita.


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