Wie der ERC junge Forschende nach Europa lockt

Europäischer Forschungsrat vergibt Rekordsumme an junge Forschende – Deutschland überzeugt erneut
Ein Tracking-Mikroskop, das frei beweglichen Fischlarven beim Denken zusehen soll: Mit diesem Vorhaben hat sich Dr. Fabian Voigt vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen einen der begehrten ERC Starting Grants gesichert. Sein Projekt »KALEIDOSCOPE« erhält über fünf Jahre 2,5 Millionen Euro – und steht damit exemplarisch für eine Förderrunde, die in ihrer Dimension neue Maßstäbe setzt.
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat die Vergabe von 421 Starting Grants im Gesamtvolumen von 705 Millionen Euro bekanntgegeben. Profitieren sollen junge Wissenschaftler*innen, die am Beginn ihrer Karriere stehen und mit den Mitteln eigene Projekte aufbauen und Teams formieren können.
Deutschland schneidet dabei erneut besonders gut ab: 89 der geförderten Projekte werden hierzulande angesiedelt sein, 84 der erfolgreichen Antragsteller*innen sind deutsche Forschende.
Pionierforschung als Anziehungspunkt
Für EU-Kommissarin Ekaterina Sachariewa, zuständig für Start-ups, Forschung und Innovation, ist die Förderrunde auch ein Signal für die Attraktivität des europäischen Wissenschaftsstandorts.
Besonders erfreulich sei es, dass 21 der geförderten Forschenden derzeit in den USA und Kanada ansässig seien und nun nach Europa wechseln wollten, um ihre Arbeit fortzusetzen. Diese Entscheidung spiegele die wachsende Anziehungskraft Europas für die Pionierforschung wider und zeige, dass die Initiative »Choose Europe« dazu beitrage, wissenschaftliche Talente anzuziehen.
Rekordzahl an Bewerbungen
Die Nachfrage nach den Starting Grants ist so groß wie nie: 4.807 Anträge gingen beim ERC ein, ein Plus von 22 Prozent gegenüber den 3.928 Bewerbungen der vergangenen Ausschreibung.
Auch von außerhalb Europas wächst das Interesse spürbar: 169 in den USA ansässige Forschende bewarben sich um eine Förderung, nach 116 im Vorjahr. Mehrere europäische Wissenschaftler*innen, die sich von außerhalb der EU und der mit »Horizont Europa« assoziierten Länder beworben hatten, werden für ihre Forschung nun ebenfalls nach Europa ziehen.
Deutschland an der Spitze, Nachbarländer folgen
Die neuen Förderempfänger*innen werden an Universitäten und Forschungszentren in 25 EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern arbeiten. Nach Deutschland (89 Förderungen) folgen das Vereinigte Königreich (47), Frankreich (38), die Schweiz (36) und die Niederlande (33).
Nach Nationalität betrachtet, liegen ebenfalls deutsche Forschende vorn: 84 der Geförderten stammen aus Deutschland, 50 aus Italien, 30 aus Frankreich und 24 aus Spanien; die übrigen verteilen sich auf Forschende aus 48 weiteren Ländern.
Schätzungen zufolge werden durch die Förderungen mehr als 2.700 neue Arbeitsplätze in den Teams der Preisträger*innen entstehen.
Nächste Bewerbungsrunde läuft bereits
Wer selbst von einem Starting Grant profitieren möchte, kann sich schon jetzt für die Förderrunde 2027 bewerben. Die Ausschreibung ist geöffnet, Bewerbungsschluss ist der 14. Oktober 2026.
In aller Kürze
Der ERC fördert 421 junge Forschende mit 705 Millionen Euro. Deutschland liegt mit 89 Projekten und 84 Geförderten vorn. Rekord: 4.807 Bewerbungen. Neue Ausschreibung läuft bis 14. Oktober 2026.
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