75 Jahre DIPF: Bildungsforschung mit Blick nach vorn

Ein Dreivierteljahrhundert Bildungsforschung: Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation wird 75 Jahre alt.
Seit seiner Gründung am 25. Oktober 1951 liefert das Institut mit Standorten in Frankfurt am Main und Berlin die wissenschaftliche Basis, auf der sich Bildung gestalten lässt.
Gefeiert wird mit Festakt, Ausstellung und eigener Website – und mit einer Frage, die weit über das Haus hinausreicht.
Evolution oder Revolution?
Am 4. November 2026 lädt das DIPF nach Frankfurt am Main ein. Unter dem Titel »Bildung im Wandel – Wo reicht Evolution und wo braucht es Revolution?« geht es darum, wo sich das Bildungswesen schrittweise weiterentwickeln lässt und wo es einen grundlegenden Umbau braucht.
Den Festvortrag hält Prof. Dr. Petra Stanat, Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen; auf dem Podium sprechen Vertreter*innen aus der Schulpraxis.
Der Druck ist groß: Soziale Ungleichheit, demografischer Wandel, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, veränderte Lernvoraussetzungen und der wachsende Fachkräftebedarf greifen ineinander. Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF, spricht von einem tiefgreifenden Strukturwandel. Das Institut wolle ihn nicht nur beschreiben, sondern dazu beitragen, dass er wissensbasiert, verantwortungsvoll und gerecht gestaltet werde.
Drei Aufgaben, eng verzahnt
Das Profil des DIPF lebt von der Verbindung aus Forschung, Infrastruktur und Transfer. Das Institut koordiniert den nationalen Bildungsbericht, wirkt an Schulleistungsstudien wie PISA und ICILS mit und untersucht im Startchancen-Programm, wie sich Schulen in herausfordernden Lagen nachhaltig verbessern lassen.
Zugleich betreibt es den Deutschen Bildungsserver, das Fachportal Pädagogik, den Verbund Forschungsdaten Bildung und die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung. Seine Erkenntnisse trägt es zurück in Kitas, Schulen, Hochschulen, Verwaltung und Politik.
Leibniz-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph M. Schmidt sieht darin den Anspruch der Leibniz-Institute besonders eingelöst: mit Wissenschaft im Leben der Menschen etwas zu bewirken.
Geschichte zum Anschauen
Gegründet als Stiftung des öffentlichen Rechts, wird das DIPF seit 1977 gemeinsam von Bund und Ländern gefördert. 1992 kam die heutige Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung hinzu, 2001 entstand das Informationszentrum Bildung.
Diese Entwicklung zeichnet die Ausstellung »Tatsache Bildung« nach – vom 26. Oktober bis 17. November in Frankfurt am Main, ab 2. Dezember in Berlin. Online wächst bis Jahresende eine Sammlung von 75 Einblicken in Menschen, Projekte und Fundstücke aus dem Archiv.
In aller Kürze
Das DIPF wird 75. Ein Festakt am 4. November in Frankfurt fragt, wo Bildung schrittweise Wandel braucht und wo radikalen Umbau. Ausstellung und 75 Online-Einblicke ergänzen das Jubiläum.
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