Relevanzmonitor Kultur: Kultur bleibt zentraler Pfeiler der Gesellschaft

Warum Kultur trotz Krisen unverzichtbar bleibt
Eine aktuelle Studie der Liz Mohn Stiftung zeigt, dass Kultur für die Mehrheit der Gesellschaft weiterhin von zentraler Bedeutung ist. Trotz zahlreicher Krisen bleibt die Unterstützung für staatliche Kulturförderung hoch. Zwei Drittel der Befragten betrachten Kultur als ebenso förderungswürdig wie andere öffentliche Bereiche.
Die Ergebnisse des »Relevanzmonitor Kultur« unterstreichen die essenzielle Rolle eines vielfältigen Kulturangebots für den gesellschaftlichen Dialog.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt durch Kultur
Laut der Studie sehen 90 Prozent der Befragten Kultur als verbindendes Element in einer diversen Gesellschaft. Sie schaffe wertvolle Gemeinschaftserlebnisse und fördere sowohl eigenständige Meinungsbildung als auch kritisches Denken.
Besonders in Krisenzeiten wird Kultur als eine der wichtigsten Konstanten wahrgenommen, da sie Menschen über soziale und politische Grenzen hinweg verbindet.
Junge Menschen fordern neue Formate
Junge Erwachsene unter 30 Jahren heben hervor, dass Kultur ihnen Einblicke in gesellschaftliche Fragen bietet, die in klassischen Nachrichten oft fehlen. Sie wünschen sich niedrigschwellige und experimentelle Formate, die ihre Lebensrealität stärker einbeziehen.
Gleichzeitig wird ein besserer Zugang zu Informationen über Kulturangebote gefordert. Kulturexpert*innen betonen, dass Kulturinstitutionen gesellschaftliche Debatten aufgreifen und aktiv mitgestalten sollten.
Stadt-Land-Gefälle bleibt Herausforderung
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede im Zugang zu Kultur zwischen urbanen und ländlichen Regionen. Während fast neun von zehn Menschen in Großstädten ihr Kulturangebot als gut bewerten, sind es in kleineren Gemeinden nur etwa die Hälfte.
Diese Ungleichheit spiegelt sich auch in der Nutzung kultureller Angebote wider: In städtischen Gebieten ist der Besuch von Veranstaltungen deutlich höher.
Handlungsempfehlungen zur Förderung der Kultur
Die Liz Mohn Stiftung gibt konkrete Empfehlungen, um die gesellschaftliche Relevanz von Kultur langfristig zu sichern:
- Zugang verbessern
Niedrigschwellige Angebote und zielgruppengerechte Informationen schaffen. - Kultur als »Demokratie-Labor« nutzen
Orte für gesellschaftliche Auseinandersetzung fördern. - Kulturelle Bildung stärken
Integration kultureller Inhalte in Schulen und Universitäten. - Attraktive Formate entwickeln
Alltagsnahe Programme für junge Zielgruppen etablieren. - Stadt-Land-Gefälle reduzieren
Mobile Formate und Kooperationen für ländliche Regionen ausbauen. - Langfristige Förderung sichern
Parteienübergreifende Unterstützung gewährleisten.
Die vollständigen Studienergebnisse werden am 7. April in der Akademie der Künste Berlin vorgestellt.
Hintergrund
Im Auftrag der Liz Mohn Stiftung hat das Meinungsforschungsinstitut forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH eine bundesweite, repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Stellenwert der Kultur in Deutschland durchgeführt. Der Relevanzmonitor Kultur 2025 liefert umfassende Einblicke in die Wahrnehmung, Nutzung und gesellschaftliche Bedeutung von Kulturangeboten. Die Befragung wurde zwischen dem 14. Januar und 4. Februar 2025 online durchgeführt. Insgesamt wurden 3.519 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse wurden anschließend auf die Gesamtbevölkerung gewichtet.
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