Lebenslanges Lernen: Die EU plant eine Qualifikationsgarantie

EU Kommission 6

Qualifikationsgarantie der EU: Neue Chancen für Beschäftigte

Anfang März 2025 stellte die EU-Kommission die Initiative »Union der Kompetenzen« vor, die darauf abzielt, dem Arbeitskräftemangel in Europa durch lebenslanges Lernen und hochwertige Bildung entgegenzuwirken. 

Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu betonte die Bedeutung dieser Strategie, um den Menschen in einer sich schnell verändernden Welt zu helfen und Europas Wettbewerbsfähigkeit sowie Fairness zu fördern.

Die Initiative konzentriert sich auf mehrere Kernbereiche:

  • Förderung von Grundfertigkeiten
    Ein Pilotprojekt namens »Basic Skills Support Scheme« zielt darauf ab, das Niveau der Grundfertigkeiten zu erhöhen.
  • Lebenslanges Lernen
    Erwachsenen sollen regelmäßige Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten geboten werden, beispielsweise durch ein Pilotprojekt zur Qualifikationsgarantie.
  • Erleichterung der Arbeitskräftemobilität
    Eine Initiative zur Übertragbarkeit von Qualifikationen soll die Anerkennung und Akzeptanz von Fähigkeiten und Qualifikationen in der gesamten EU erleichtern.
  • Gewinnung internationaler Talente
    Die Aktion »Choose Europe« zielt darauf ab, Spitzentalente aus aller Welt für die europäische Wirtschaft zu gewinnen.
  • Stärkung der Governance
    Ein neuer hochrangiger Ausschuss für Qualifikationen, unterstützt von einer europäischen Beobachtungsstelle für Qualifikationen, soll als solide Governance-Grundlage dienen.

Begleitend wurden ein Aktionsplan für Grundfertigkeiten und ein Strategieplan für die MINT-Bildung vorgestellt, um Kompetenzen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu verbessern. Diese Pläne zielen darauf ab, MINT-Berufe zu fördern, mehr Mädchen und Frauen für diese Bereiche zu gewinnen und die Bereitschaft für den Übergang zu digitalen und sauberen Technologien zu erhöhen.

Zielprojektionen

Die EU-Kommission schlägt zudem neue Ziele bis 2030 vor, darunter:

  • Reduzierung des Anteils der unzureichenden Leistungen in Bereichen wie Alphabetisierung, Mathematik, Naturwissenschaften und digitalen Fähigkeiten auf unter 15 Prozent.
  • Steigerung des Anteils der Schülerinnen und Schüler in MINT-Fächern in der beruflichen Erstausbildung auf mindestens 45 Prozent, wobei mindestens ein Viertel weiblich sein sollte.
  • Erhöhung des Anteils der Studierenden in MINT-Fächern auf der dritten Bildungsebene auf mindestens 32 Prozent, mit einem Frauenanteil von mindestens 40 Prozent.
  • Anhebung des Anteils der Studierenden in IKT-Promotionsprogrammen auf mindestens 5 Prozent, wobei mindestens ein Drittel weiblich sein sollte.

Diese umfassende Strategie unterstreicht die Bedeutung von Bildung und kontinuierlicher Weiterbildung, um den Herausforderungen des Arbeitskräftemangels in Europa effektiv zu begegnen.

Regelmäßige Weiterqualifizierung als Standard der Arbeitswelt

Die kontinuierliche Weiterentwicklung beruflicher Fertigkeiten ist in modernen Volkswirtschaften unerlässlich. Arbeitnehmer müssen sich darauf einstellen, lebenslang zu lernen, um mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes Schritt zu halten.

Die Europäische Kommission entwickelt daher ein Pilotprojekt zur Qualifikationsgarantie. Dieses bietet insbesondere Beschäftigten, die von Umstrukturierungen betroffen oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, neue Perspektiven in anderen Unternehmen oder Branchen.

Darüber hinaus reformiert und erweitert die EU die bestehenden EU-Qualifikationsakademien. Diese Einrichtungen statten Unternehmen verstärkt mit den Qualifikationen aus, die für den ökologischen Wandel und die Umsetzung des Clean Industrial Deal notwendig sind.


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