Statistischer Überblick: Geschlechterunterschiede in Schule und Studium

Frauen dominieren bei höheren Bildungsabschlüssen

Im Jahr 2023 erwarben 55 Prozent der Absolvent*innen mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen das Abitur, während Männer mit 45 Prozent deutlich in der Minderheit waren. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit.

Auch an Hochschulen sind Frauen in der Mehrheit: Sie stellten 53 Prozent der insgesamt 501.900 Hochschulabschlüsse.

Besonders auffällig ist der hohe Frauenanteil bei Bachelorabschlüssen (53 Prozent) und Masterabschlüssen (51 Prozent). Bei den Staatsexamensprüfungen, etwa in Medizin oder Rechtswissenschaften, lag der Frauenanteil sogar bei 64 Prozent.

Jedoch zeigt sich ein anderes Bild bei Promotionen: Hier hatten Männer mit 54 Prozent die Nase vorn. Auch in den Ingenieurwissenschaften und im Sport dominierten Männer unter den Absolvent*innen, während Frauen vor allem in Geisteswissenschaften (74 Prozent) und Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (69 Prozent) stark vertreten waren.

Männer häufiger bei niedrigeren Schulabschlüssen

Je niedriger der Schulabschluss, desto häufiger sind Männer vertreten. Von den 130.300 Absolvent*innen mit Erstem Schulabschluss – einem Abschluss nach der neunten Klasse – waren 59 Prozent männlich. Auch beim Mittleren Schulabschluss lagen die Männer mit 51 Prozent knapp vor den Frauen.

Insgesamt verließen rund 336.400 Schülerinnen im Jahr 2023 die Schule mit einem Mittleren Schulabschluss.

Bildungsabbruch und Übergangsprobleme bei jungen Männern

Ein weiteres Problem zeigt sich bei jungen Männern zwischen 18 und 24 Jahren: Rund 15 Prozent von ihnen hatten im Jahr 2023 maximal einen Mittleren Schulabschluss und befanden sich weder in Ausbildung noch Weiterbildung. Bei jungen Frauen lag dieser Anteil lediglich bei 11 Prozent.

Besonders betroffen sind ausländische Männer dieser Altersgruppe, von denen mehr als ein Drittel (34 Prozent) keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte und nicht weitergebildet wurde.

Männer wiederholen häufiger Klassenstufen und fallen öfter durch Prüfungen

Auch in anderen Bildungsbereichen schneiden Männer schlechter ab: Im Schuljahr 2023/2024 wiederholten insgesamt 147.100 Schüler*innen eine Klassenstufe, davon waren 56 Prozent männlich.

An Hochschulen war die Quote endgültig nicht bestandener Prüfungen unter Männern mit 5,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (2,5 Prozent). Zudem benötigten Männer für ihren ersten Studienabschluss durchschnittlich ein halbes Jahr länger als Frauen.


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