Hightech Agenda Deutschland: Wie weit ist die Umsetzung?

Themenkreis KI, Digitalisierung, Digitale Transformation (Symbolbild)

Ein Jahr Hightech Agenda Deutschland – Umsetzung, Bilanz und Ausblick

Gut ein Jahr nach ihrem Start steht bei der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) hinter den meisten Vorhaben der Vermerk »in Umsetzung«.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Fragesteller*innen hatten kritisiert, auf große Ankündigungen folge zu wenig Substanz, und mehr Transparenz über Mittel und Fortschritte verlangt.

Eine erste offizielle Bilanz will die Regierung auf einem Hightech Gipfel ziehen, der für das Frühjahr 2027 vorgesehen ist.

Batterieforschung als Prüfstein

Eine Anlage ordnet die Maßnahmen den im Mai 2026 veröffentlichten Technologie-Roadmaps zu. Als vollständig umgesetzt gelten nur wenige, etwa der Aktionsplan Fusion oder die Inbetriebnahme des Forschungssatelliten QUBE 1.

Einige Vorhaben haben noch gar nicht begonnen – darunter die drei angekündigten Rahmenpläne für Batteriekompetenzcluster. Gerade die Batterieforschung hatten die Grünen als Beispiel für zu geringes Tempo angeführt. Seit Jahresbeginn sind dort zwei Förderrichtlinien erschienen, zuletzt Ende August jene zu den »Vertikalen Applikationsallianzen Batterie«.

Zu weiteren Aufrufen befinde man sich in internen Abstimmungen, heißt es – ein Satz, der sich durch das gesamte Dokument zieht.

Hochschulen: KI-Kompetenzen mit Lücken

Für den Bildungsbereich sind vor allem die Vorhaben zu KI in Lehre und Wissenschaft interessant. Angelaufen sind das Projekt »KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken« unter Leitung des Stifterverbands, der »KI-Lotse« der Hochschulrektorenkonferenz und die Weiterentwicklung des Hochschulforums Digitalisierung.

Noch nicht gestartet sind dagegen zwei Förderrichtlinien: »KI2practice« für KI-gestützte Lehr- und Lernkonzepte sowie »DHB-Souverän« für Open-Source-Anwendungen in Studium und Lehre.

Geld fließt - Monitoring fehlt

Zum Mittelabfluss nennt die Regierung Zahlen je Technologie- und Forschungsfeld. Mit Abstand am meisten floss von Januar bis Ende September 2026 in die Luft- und Raumfahrt, rund 1,14 Milliarden Euro. Auf eine Aufschlüsselung nach Bundesländern verzichtet sie mit der Begründung, viele Geförderte seien bundesweit tätig. Das angekündigte 360-Grad-Hightech-Monitoring soll stufenweise entstehen – einen Termin nennt die Antwort nicht.

Was als Nächstes kommt

Die Robotik-Roadmap soll bis Jahresende erscheinen, die Wasserstoff-Roadmap im Frühjahr 2027. Das Forschungsdatengesetz will das Ministerium im ersten Quartal 2027 ins Kabinett bringen, eine nationale IP-Strategie soll im kommenden Jahr folgen.


In aller Kürze
Die Hightech Agenda Deutschland kommt nur schrittweise voran: Viele Maßnahmen sind in Umsetzung, wenige abgeschlossen. Bei KI-Förderung für die Hochschullehre stehen zwei Richtlinien noch aus.


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