KI-Kompetenzen für alle Schulen: Länder erweitern den Rahmen für digitale Bildung

Themenkreis Frühe Bildung und Schule

Anbau statt Neubau: KMK ergänzt digitale Bildung um Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz sitzt längst mit im Klassenzimmer – jetzt bekommt sie auch einen festen Platz im Kompetenzkanon. Die Bildungsminister*innen der Länder haben am 16. Oktober 2026 den KMK-Kompetenzrahmen »Bildung in der digitalen Welt« aktualisiert und um KI-bezogene Kompetenzen ergänzt.

Schüler*innen sollen KI verstehen, gezielt und kreativ nutzen, ihre Ergebnisse kritisch prüfen und Chancen wie Risiken abwägen. Auch die Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft gehören auf den Prüfstand.

Bewährtes Gerüst, neue Bausteine

Ein Neubau ist das nicht, eher ein gezielter Anbau. Die sechs bestehenden Kompetenzbereiche bleiben in Struktur und Geltung unverändert. KI-Aspekte kommen dort hinzu, wo die Technik über bisherige Anforderungen hinausgeht. Wer sucht und recherchiert, soll KI-generierte Ergebnisse und mögliche Verzerrungen einordnen können.

Zur Quellenpraxis gehört künftig, KI-erstellte oder KI-überarbeitete Beiträge offen zu kennzeichnen. Neu sind außerdem Grundkenntnisse der KI-Regulierung wie der KI-Verordnung der EU, das (Weiter-)Entwickeln eigener KI-Assistenten und ein geschärfter Blick für Deepfakes und KI-verstärkte Desinformation. Selbst das Gespür wird geschult: Menschliche Kommunikation und der Dialog mit einer Maschine sollen auch emotional unterscheidbar bleiben.

Kompass aus Paris und Brüssel

Inhaltlich lehnt sich der Rahmen eng an das 2026 veröffentlichte AI-Literacy-Framework von OECD und Europäischer Kommission an. Dessen vier verschränkte Perspektiven – mit KI bewusst umgehen, KI kreativ anwenden, KI gezielt einsetzen und KI aktiv mitgestalten – werden den sechs Bereichen zugeordnet.

Kompetenzentwicklung verstehen die Länder dabei als Weg in Etappen: von erster Orientierung bis zur eigenständigen, gestaltenden Anwendung. Erarbeitet hat das Papier die Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der KMK unter Federführung Nordrhein-Westfalens.

Werkzeuge für den Schulalltag

Damit der Rahmen nicht in der Schublade verstaubt, entstehen begleitende Angebote: eine interaktive Übersicht der Kompetenzbereiche mit Reflexionsfragen und Links, 22 Reflexionskarten samt digitaler Fassung zur Standortbestimmung sowie der »KMK-Navigator für KI-Kompetenzen« im ländergemeinsamen Chatbot AIS.chat.

Sie richten sich an Lehrkräfte, Fachschaften, Schulleitungen, Schulentwicklungsteams und Schulaufsichten – und sollen auch helfen, die Folgen für die Prüfungskultur zu durchdenken.


In aller Kürze
Die KMK ergänzt ihren Kompetenzrahmen für digitale Bildung um KI-Kompetenzen – angelehnt an OECD und EU. Reflexionskarten, eine interaktive Übersicht und ein Chatbot-Navigator helfen Schulen bei der Umsetzung.


  VERWEISE  


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