Teure Hoffnung? Unternehmen fehlt der Überblick über KI-Kosten

Themenkreis KI, Digitalisierung, Digitale Transformation

KI im Unternehmen: Nur jeder sechste Finanzvorstand kann den Nutzen beziffern

Künstliche Intelligenz soll sich rechnen – nur noch nicht jetzt. Bislang können lediglich 17 Prozent der Finanzvorstände einen messbaren Wertbeitrag ihrer KI-Initiativen vorweisen. Innerhalb von zwei Jahren erwarten ihn jedoch 70 Prozent, gar keinen Nutzen sehen nur zwei Prozent.

So lautet ein Befund des CFO Survey Herbst 2026 von Deloitte, für den zwischen dem 10. September und dem 2. Oktober mehr als 120 CFOs befragt wurden.

Effizienz zuerst, Strategie später

Wo KI heute Wert schafft, geschieht das vor allem über Einsparungen: 83 Prozent zählen Effizienz und Kostensenkung zu den wichtigen Werttreibern, zwei Drittel mehr Tempo und Agilität. Innovation zählt nur für 27 Prozent, neue Märkte für fünf Prozent.

Wie hoch diese Einsparungen ausfallen, wissen allerdings die wenigsten: Nur 17 Prozent können sie beziffern. Diese Gruppe spart im Median derzeit 1,5 Prozent der Gesamtkosten und peilt in zwei Jahren sieben, langfristig zehn Prozent an.

Ob diese Ziele realistisch sind, stellt die Studie selbst infrage – auch weil strategische Potenziale kaum genutzt werden: 59 Prozent haben erkannt, dass sich KI zur Abgrenzung vom Wettbewerb eignet, umgesetzt haben das nur zehn Prozent.

Studienautor Markus Seeger zufolge fehlt es an klaren Prioritäten, an Daten- und Systemgrundlagen und an Tempo beim Umbau der Betriebsmodelle.

Banken vorn, Konsumgüter hinten

Zwischen den Branchen liegen Welten. Bei Banken und Tech-Firmen messen 30 Prozent bereits einen positiven Beitrag, weitere 50 Prozent erwarten ihn binnen zwei Jahren. Im Maschinenbau und in der Autoindustrie rechnen 55 beziehungsweise 63 Prozent in diesem Zeitraum damit, in der Konsumgüterindustrie erzielt noch kein Unternehmen einen Wertbeitrag.

Chefökonom Dr. Alexander Börsch sieht darin ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Hinzu kommt ein Größengefälle: 44 Prozent der Großunternehmen erwarten den Nutzen schon heute oder binnen eines Jahres, im Mittelstand 36 Prozent.

Kosten ohne Kompass

Fast alle Unternehmen (96 Prozent) haben KI-Ausgaben, aber nur 42 Prozent können sie beziffern. Sie veranschlagen im Median 0,5 Prozent ihres Budgets, im kommenden Jahr ein Prozent – danach soll der Anteil stabil bleiben.

Als größten Kostentreiber nennen 40 Prozent Lizenzen und Abonnements, 33 Prozent nutzungsabhängige Modellkosten, die über sogenannte Tokens abgerechnet werden. In eigene Infrastruktur fließt weniger.

Gegensteuern wollen die meisten mit einem gezielteren Einsatz (67 Prozent), 28 Prozent setzen auf eigene Modelle. Doch das Instrumentarium hinkt hinterher: Ein Viertel plant bereits die Token-Nachfrage, aber nur elf Prozent können KI-Kosten dem jeweiligen Wertbeitrag zuordnen. 45 Prozent haben das vor.


In aller Kürze
Nur 17 Prozent der CFOs können einen messbaren KI-Nutzen vorweisen, nur 42 Prozent kennen ihre KI-Ausgaben. Im Fokus steht Effizienz, Banken und Tech-Firmen sind am weitesten.


  VERWEISE  


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