Wie Frauen besser vermittelt werden können
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Gleichstellung im Jobcenter ausbaufähig
Die Gleichstellung von Frauen und Männern in deutschen Jobcentern ist gesetzlich vorgesehen, wird jedoch oft nicht ausreichend umgesetzt.
Ein Bericht des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass viele Jobcenter weder klare Strukturen noch genug Ressourcen für Gleichstellung besitzen – zum Nachteil von Frauen, die im Bürgergeldbezug meist schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Frauen werden seltener gefördert und vermittelt, zudem häufig in schlechter bezahlte und unsichere Jobs vermittelt.
Mangelnde Nutzung geschlechterdifferenzierter Daten
Obwohl viele Jobcenter Daten über Arbeitslose nach Geschlecht erfassen, werden diese kaum gezielt ausgewertet oder in Zielvereinbarungen berücksichtigt. Fehlende konkrete Zahlen zu Frauen in Beschäftigung führen dazu, dass Gleichstellung oft im Hintergrund bleibt.
Führungskräfte erkennen zwar ihre Verantwortung, handeln aber nicht konsequent. Zudem fehlen an vielen Standorten Schulungen zur Genderkompetenz.
Rolle der Chancengleichheitsbeauftragten und spezialisierter Teams
Seit 2011 gibt es gesetzlich vorgeschriebene Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA), die als hilfreich gelten – wenn sie den Mitarbeitenden bekannt sind und über ausreichend Stellenumfang verfügen. Teams und Fachkräfte, die sich speziell um Frauen im Leistungsbezug kümmern, fördern die Gleichstellung.
Erfolgreichere Vermittlungen gelingen etwa durch gezielte Unterstützung bei der Kita-Platzsuche oder durch Kontakte zu passenden Arbeitgebern. Wichtig sei, dass diese Spezialisierung die Gleichstellung nicht isoliert, sondern in die gesamte Organisation integriert.
Forderungen für mehr Gleichstellung in Jobcentern
Die Studie stellt fest, dass gesetzliche Vorgaben allein nicht ausreichen, wenn die organisatorischen Voraussetzungen fehlen. Die Wissenschaftler empfehlen verpflichtende Schulungen, klare Zielvorgaben, stärkere Rückendeckung für Führungskräfte und mehr Personalressourcen.
Außerdem sollten die Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig überprüft werden, um die Gleichstellung wirksam zu fördern.
Hintergrund
Die Untersuchung basierte auf 16 Fallstudien mit 179 Interviews in Jobcentern zwischen 2020 und 2023 und wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.
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