Ausländische Berufsabschlüsse: Anerkennungen wachsen langsamer
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Fachkräfte aus dem Ausland: Wachstum verliert an Schwung
Rund 86.600 im Ausland erworbene Berufsabschlüsse haben Behörden in Deutschland im Jahr 2025 anerkannt – knapp 10 Prozent mehr als 2024. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
Der Zuwachs klingt zunächst beachtlich, markiert bei genauerem Hinsehen jedoch eine deutliche Verlangsamung: 2024 war die Zahl der Anerkennungen noch um 21 Prozent gestiegen, 2023 sogar um 25 Prozent. Was sich in den Vorjahren wie ein Selbstläufer anfühlte, gerät nun ins Stocken.
Insgesamt bearbeiteten die zuständigen Stellen 2025 rund 102.900 Anerkennungsverfahren, darunter 76.200 neu eingereichte Anträge – ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch dieser Wert wächst spürbar gebremster als in den Jahren zuvor, als teils zweistellige Zuwachsraten die Statistik prägten. Rund 84 Prozent der positiv beschiedenen Verfahren betrafen bundesrechtlich geregelte Berufe, der Rest fiel unter Landesrecht.
Türkei bleibt Spitzenreiter, Bosnien und Herzegowina verliert an Bedeutung
Bei der Herkunft der anerkannten Qualifikationen hat sich an der Spitze wenig verändert: Wie schon in den Vorjahren stammten die meisten Abschlüsse aus der Türkei (9.800, entspricht 11 Prozent aller Anerkennungen), gefolgt von der Ukraine mit rund 8.300 Anerkennungen (10 Prozent).
Auf den weiteren Plätzen folgen Syrien (6.100) sowie Indien und Tunesien mit jeweils 5.400 Anerkennungen. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die Abschlüsse aus Syrien: Ihre Zahl legte binnen eines Jahres um 42 Prozent zu – der stärkste Anstieg unter den fünf wichtigsten Herkunftsländern.
Gegenläufig verläuft die Entwicklung bei Bosnien und Herzegowina. Zwischen 2016 und 2023 lag der Westbalkanstaat regelmäßig auf dem ersten oder zweiten Platz der Herkunftsländer, mit Anteilen zwischen 6 Prozent und 9 Prozent an allen positiv beschiedenen Anträgen.
Seither bröckelt diese Position: 2025 wurden nur noch 3.200 Anträge gestellt, 2.800 davon positiv beschieden – ihr Anteil an allen Anerkennungen sank auf 3 Prozent. Welche strukturellen Gründe hinter diesem Rückgang stehen, lässt die Statistik offen; naheliegend erscheinen veränderte Migrationsbewegungen und ein möglicherweise ausgeschöpftes Potenzial an Fachkräften mit anerkennungsfähigen Abschlüssen.
Pflegeberufe dominieren weiterhin klar
Mit Abstand am häufigsten anerkannt wurde erneut der Pflegeberuf: 32.000 Mal bescheinigten die Behörden 2025 die Qualifikation als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann, einschließlich der Vorgängerberufe Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Gesundheits- und Krankenpflege. Dahinter folgen die ärztliche Approbation mit 13.900 Anerkennungen und der Ingenieurberuf mit 4.600.
Zusammen machen diese drei Berufsgruppen 58 Prozent aller anerkannten Qualifikationen aus – ein Befund, der den anhaltenden Fachkräftebedarf im Gesundheitswesen und in technischen Berufen unterstreicht, selbst wenn das Tempo der Anerkennungen insgesamt nachlässt.
In aller Kürze
2025 wurden 86.600 ausländische Berufsabschlüsse anerkannt (+10 Prozent) – Wachstum schwächt sich ab. Pflegeberufe dominieren, Türkei und Ukraine führen Herkunftsländer an.
VERWEISE
- Nach einer destatis-Mitteilung ...
- vgl.: »Beschäftigung von Zuwanderern in der EU: Fortschritt trotz bleibender Lücken« ...
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