Haushaltsentwurf 2027: Familien- und Bildungsressort muss deutlich sparen

Themenkreis Verschiedenes

Bundeshaushalt 2027: Wo im Familienministerium gekürzt wird

Das Familien- und Bildungsministerium bekommt im Bundeshaushalt 2027 spürbar weniger Geld als im laufenden Jahr. Rund 15,48 Milliarden Euro sieht der Regierungsentwurf für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) vor – etwa 1,19 Milliarden Euro weniger als 2026, als noch 16,66 Milliarden Euro zur Verfügung standen.

Das geht aus dem entsprechenden Einzelplan des Haushaltsentwurfs hervor. Hauptgrund für den Rückgang sind niedrigere Ansätze bei den gesetzlichen Familienleistungen.

Sparzwang durch globale Minderausgaben

Im Einzelplan sind insgesamt rund 276,4 Millionen Euro an globalen Minderausgaben veranschlagt, nach 180,4 Millionen Euro im Vorjahr. Wie schon 2026 entfallen davon 16,7 Millionen Euro auf einen Konsolidierungsbeitrag und 163,7 Millionen Euro auf eine weitere pauschale Kürzung.

Neu hinzu kommen 96 Millionen Euro, die durch Effizienzmaßnahmen eingespart werden sollen.

Elterngeld und Unterhaltsvorschuss besonders betroffen

Größter Posten bleiben die gesetzlichen Familienleistungen mit rund 11,96 Milliarden Euro – gut eine Milliarde weniger als 2026 (13,01 Milliarden Euro). Beim Elterngeld sinkt der Ansatz von 7,51 auf 7,07 Milliarden Euro, beim Kinderzuschlag für Familien mit kleinem Einkommen von 3,38 auf 3,12 Milliarden Euro.

Gegenläufig entwickelt sich das Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz: Es steigt von 227,5 auf 241,1 Millionen Euro. Deutlich zurückgefahren werden die Mittel für den Unterhaltsvorschuss, von 1,31 Milliarden Euro auf 914 Millionen Euro.

Weniger Geld für Demokratiebildung, mehr für frühe Hilfen

Für Kinder- und Jugendpolitik stehen rund 1,09 Milliarden Euro bereit, kaum weniger als 2026 (1,11 Milliarden Euro). Während die Zuschüsse an Länder, Träger und die freie Jugendhilfe mit 261,9 Millionen Euro nahezu konstant bleiben, sinken die Mittel für Demokratiebildung und Extremismusprävention spürbar von 204,5 auf 170,1 Millionen Euro – darunter allein 167,4 Millionen Euro für das Bundesprogramm »Demokratie leben!«. Die Bundesstiftung Frühe Hilfen wird dagegen gestärkt: Ihr Etat wächst von 56 auf 71 Millionen Euro.

Für Zivilgesellschaft, Familien-, Gleichstellungs- und Seniorenpolitik sind 496,4 Millionen Euro eingeplant, kaum weniger als im Vorjahr. Die Freiwilligendienste bleiben unangetastet: Jugendfreiwilligendienste erhalten weiterhin 153,7 Millionen Euro, der Bundesfreiwilligendienst 211,2 Millionen Euro. Neu im Haushalt stehen 17,6 Millionen Euro für digitale Gesellschaftspolitik und Staatsmodernisierung.

Bildungsausgaben sinken leicht, Digitalinfrastruktur wächst

Der Bereich »Leistungsfähigkeit des Bildungswesens« umfasst 1,71 Milliarden Euro nach 1,74 Milliarden Euro 2026, die Modernisierung der beruflichen Bildung 382,4 Millionen Euro nach zuvor 387,4 Millionen Euro.

Zusätzliche Investitionsmittel fließen über das Sondervermögen »Infrastruktur und Klimaneutralität«: Die entsprechende Titelgruppe wächst insgesamt auf 1,41 Milliarden Euro, wovon das Ministerium 843,8 Millionen Euro selbst bewirtschaftet – weniger als 2026 mit 1,22 Milliarden Euro.

Der »Digitalpakt 2.0« bleibt mit 50 Millionen Euro stabil, für digitale Bildungsinfrastruktur stehen mit 360 Millionen Euro deutlich mehr Mittel bereit als im Vorjahr (225 Millionen Euro). Beim Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung hingegen schrumpft der Ansatz erheblich – von 940 auf 433,8 Millionen Euro. 


In aller Kürze
Der Haushaltsentwurf 2027 sieht für das Familien- und Bildungsressort 1,19 Milliarden Euro weniger vor. Betroffen sind vor allem Elterngeld, Unterhaltsvorschuss und Kita-Investitionen. Frühe Hilfen und digitale Bildungsinfrastruktur wachsen.


  VERWEISE  


Das könnte Sie auch interessieren...

Forschungsetat 2027: Kaum Bewegung im Milliardenhaushalt Der Bundeshaushalt für Forschung, Technologie und Raumfahrt bleibt 2027 fast unverändert. Der Regierungsentwurf sieht für das Ressort von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) Ausgaben …

Link defekt?
Sitemap