Homeoffice bleibt Standard: Informationswirtschaft rechnet mit stabil hohem Anteil bis 2028

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf

Kaum Rückkehr ins Büro geplant: ZEW-Umfrage zu Homeoffice-Erwartungen 2028

Homeoffice bleibt in der Informationswirtschaft eine feste Größe der Arbeitsorganisation – und wird es nach Einschätzung der Unternehmen auch in den kommenden Jahren bleiben.

Das geht aus der jüngsten ZEW-Konjunkturumfrage hervor, für die im Juni 2026 rund 1.000 Unternehmen aus der Branche sowie dem Verarbeitenden Gewerbe befragt wurden. Nur wenige Betriebe planen, ihre Homeoffice-Angebote in den kommenden zwei Jahren einzuschränken.

Im Schnitt gehen Unternehmen der Informationswirtschaft davon aus, dass im Juni 2028 rund ein Viertel der Arbeitszeit ihrer Belegschaft von zu Hause aus erbracht wird. Damit liegt die Erwartung nahezu exakt auf dem heutigen Niveau: Aktuell werden 24 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice geleistet, für 2028 rechnen die Betriebe mit 25 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe fällt der Anteil mit durchschnittlich fünf Prozent deutlich geringer aus – und bleibt ebenfalls stabil.

Wie fest Homeoffice in der Informationswirtschaft verankert ist, zeigt die Angebotsstruktur: 85 Prozent der Unternehmen ermöglichen zumindest einem Teil der Beschäftigten mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice. Fast zwei Drittel erlauben Modelle mit mindestens zwei Homeoffice-Tagen, knapp die Hälfte sogar mit mindestens drei. Im Verarbeitenden Gewerbe bietet zwar fast jedes zweite Unternehmen einen Homeoffice-Tag an, umfangreichere Modelle sind mit 30 beziehungsweise 15 Prozent deutlich seltener.

Große Unternehmen gehen voran

Bei der Ausgestaltung hybrider Arbeitsmodelle zeigen sich erhebliche Unterschiede je nach Unternehmensgröße. 84 Prozent der Betriebe mit mindestens 100 Beschäftigten planen für 2028 Modelle mit mindestens zwei Homeoffice-Tagen, bei kleinen Unternehmen mit fünf bis 19 Beschäftigten liegt dieser Anteil nur bei 61 Prozent.

Noch deutlicher fällt der Abstand bei Modellen mit mindestens drei Tagen aus: 68 Prozent der großen, aber nur 40 Prozent der kleinen Unternehmen planen solche Angebote. Bei großen Unternehmen wird zudem aktuell wie perspektivisch knapp ein Drittel der gesamten Arbeitszeit von zu Hause aus geleistet.

Weit vor der Pandemie-Normalität

Der Vergleich mit der Zeit vor der Pandemie macht das Ausmaß des Wandels sichtbar. Vor Corona lag der Homeoffice-Anteil in der Informationswirtschaft bei lediglich neun Prozent – heute ist er nahezu dreimal so hoch. Im Verarbeitenden Gewerbe fällt der Sprung geringer aus: Von durchschnittlich drei Prozent vor der Pandemie ist der Anteil auf fünf Prozent gestiegen und dürfte auch 2028 auf diesem Niveau verharren.

Die Zahlen legen nahe, dass sich das pandemiebedingte Homeoffice-Experiment in der Informationswirtschaft zu einem festen Bestandteil der Arbeitsorganisation entwickelt hat, während das Verarbeitende Gewerbe aufgrund seiner Produktionsstrukturen engere Grenzen hat. Für die kommenden zwei Jahre erwarten die Unternehmen beider Branchen jedenfalls Kontinuität statt einer Rückkehr zu alten Präsenzmodellen.


In aller Kürze
Unternehmen der Informationswirtschaft rechnen bis 2028 mit stabil rund 25 Prozent Homeoffice-Anteil an der Arbeitszeit. Große Betriebe bieten deutlich mehr Homeoffice-Tage als kleine – das Verarbeitende Gewerbe bleibt weit dahinter.


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