Ressourcenmangel belastet den Führungsalltag in Unternehmen
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Hernstein Management Report: Führungskräfte zwischen Zeitdruck und Budgetkürzungen
Der aktuelle Hernstein Management Report verdeutlicht die zunehmenden strukturellen Belastungen für Führungskräfte in Deutschland und Österreich.
Laut der repräsentativen Studie, für die 1.600 Personen in Leitungspositionen befragt wurden, stellen begrenzte Ressourcen bei Zeit, Personal und Budget für 52 Prozent der deutschen Befragten die größte Hürde im Arbeitsalltag dar. In Österreich liegt dieser Wert mit 62 Prozent sogar noch höher.
Diese Rahmenbedingungen erfordern eine hohe Anpassungsfähigkeit und belasten die Effizienz moderner Unternehmensführung.
Wirtschaftliche Faktoren und administrative Hürden
Zusätzlich zu den Ressourcenengpässen erschweren bürokratische Anforderungen die operative Arbeit. Mehr als ein Drittel der Befragten stuft die bestehenden Dokumentations- und Berichtspflichten als problematisch ein.
Auch die gesamtwirtschaftliche Lage schlägt sich in der Führungsrealität nieder: Für 19 Prozent der deutschen Unternehmen stellt die Budgetplanung infolge von Inflation und steigenden Kosten eine erhebliche Schwierigkeit dar. In Österreich wird die Teuerungsrate von 29 Prozent der Führungskräfte als kritisch bewertet.
Diskrepanzen in der Erwartungshaltung
Ein wesentlicher Stressfaktor resultiert aus unklaren internen Strukturen. Rund 34 Prozent der Befragten nehmen abweichende Erwartungen zwischen der Unternehmensleitung und dem Team wahr. Ein Fünftel kritisiert zudem einen fehlenden Orientierungsrahmen sowie unzureichende Informationen durch die obere Führungsebene.
Gabriele Fantl (Hernstein) weist darauf hin, dass solche Defizite zu Verunsicherung und sinkender Motivation führen können. Langfristig drohen eine abnehmende Identifikation mit dem Unternehmen sowie steigende Fehlzeiten und Fluktuationsraten, wenn Sinn und Zweck der Tätigkeit nicht klar vermittelt werden.
Strategien zur Bewältigung und strukturelle Defizite
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Führungskräfte vor allem auf Erfahrungswerte und etablierte Routinen. Während in Deutschland strukturierte Teamprozesse besonders geschätzt werden, legen österreichische Führungskräfte größeren Wert auf klare Kommunikation und Priorisierung durch die Geschäftsführung.
Dennoch offenbart die Studie strukturelle Lücken: Nur in 44 Prozent der Betriebe ist ein institutionalisierter Austausch unter Führungskräften vorgesehen. Knapp 60 Prozent der Befragten bemängeln zudem fehlende Rollendefinitionen. Eine gezielte Stärkung durch interne Ansprechpersonen, klare Leitlinien sowie Coaching-Angebote könne hier eine notwendige Entlastung schaffen.
Wandel der Arbeitswelt durch Remote Work
Die Arbeitsmodelle befinden sich weiterhin im Umbruch. Aktuell haben 57 Prozent der Führungskräfte und 62 Prozent der Mitarbeitenden die Möglichkeit zu »Remote Work« (ortsunabhängiges Arbeiten).
Damit ist das Angebot gegenüber dem Ausnahmejahr 2021 leicht zurückgegangen, hat sich jedoch auf hohem Niveau stabilisiert. In 66 Prozent der Unternehmen existieren mittlerweile verbindliche Vereinbarungen für das Homeoffice – eine Steigerung um die Hälfte seit 2021.
Auswirkungen auf Teamdynamik und Vertrauen
Die Bewertung von »Remote Work« fällt je nach Hierarchieebene unterschiedlich aus. Während knapp 70 Prozent der Führungskräfte im unteren Management kaum negative Folgen für das Teamgefüge sehen, äußert sich das obere Management skeptischer. Mehr als die Hälfte der oberen Führungsebene befürchtet Beeinträchtigungen des Zusammenhalts.
Trotz einer wahrgenommenen Steigerung der Effizienz bei der Aufgabenerledigung bleibt der Faktor Vertrauen ein zentrales Thema: 41 Prozent der Führungskräfte fällt es schwer, die Arbeitszeit und Effektivität im Homeoffice ohne direkte Kontrolle einzuschätzen.
Über die Studie
Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern. Befragte Personen: 1.600 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 1.000 in Deutschland und 600 in Österreich. Maximale Schwankungsbreite: +/- 2,5 Prozent. Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung.
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