Steuerförderung für Forschung beschlossen

Artikel-Bild

In Deutschland wird erstmals eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung (FUE) eingeführt. Der Finanzausschuss stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch unter Leitung der Vorsitzenden Bettina Stark-Watzinger (FDP) dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung zu, nachdem die Koalitionsfraktionen zuvor noch einige Änderungen vorgenommen hatten, um den Beihilfevorschriften der EU zu entsprechen.

Für den Entwurf in geänderter Fassung stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie die AfD-Fraktion. Gegen den Entwurf stimmte die Fraktion die Linke, während sich die Fraktionen von FDP und Bündnis 90/Die Grünen enthielten. Ein Antrag der AfD-Fraktion auf Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung wurde abgelehnt.

Mit der steuerlichen Forschungszulage soll erreicht werden, dass insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen vermehrt in Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten investieren, heißt es in dem Entwurf. Bei den Vorhaben, für die eine Förderung beantragt werden kann, muss es sich um Grundlagenforschung, angewandte Forschung oder experimentelle Entwicklung handeln. Laut Finanztableau wird von Kosten für die Forschungszulage in Höhe von rund 1,15 Milliarden Euro ab 2021 ausgegangen. Der Betrag soll bis 2024 auf rund 1,3 Milliarden Euro steigen.

Die CDU/CSU-Fraktion zeigte sich erfreut, dass dieses Gesetzesvorhaben nun zum Abschluss gebracht werden könne. Wichtig in dem Gesetz sei die Mittelstandskomponente, die dazu beitrage, dass junge Unternehmen eine Förderung bekommen könnten, auch wenn sie keine Gewinne machen würden. Auch die SPD-Fraktion betonte die Bedeutung der Mittelstandskomponente. Da die Förderung für Großunternehmen nur eine marginale Bedeutung haben dürfte, würden besonders kleine und mittlere Unternehmen profitieren. Die SPD-Fraktion hofft auf einen »Innovationsschub«.

Für die AfD-Fraktion ist die Bundesregierung bei der steuerlichen Forschungsförderung ihren Vorschlägen weitgehend gefolgt. Man hätte sich noch etwas mehr gewünscht, stimme aber dennoch dem Entwurf zu.

Die FDP-Fraktion begrüßte, dass mit den Änderungen nun auch die Auftragsforschung in die Förderung einbezogen worden sei. Die Linksfraktion lehnte den Entwurf mit der Begründung ab, sie halte eine direkte Förderung für zielgenauer. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen rechnet damit, dass es zu Mitnahmeeffekten durch große Unternehmen kommen wird. Eine stärkere Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen wäre wünschenswert gewesen.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren...

Lernen über die Lebensspanne: OECD schlägt neue Statistik-Architektur vor Wie lässt sich messen, ob und wie Menschen ihr Leben lang lernen? Die bisherigen Statistiken dazu greifen nach Einschätzung der OECD deutlich zu kurz. In einem Ende Juli …

Forschungsetat 2027: Kaum Bewegung im Milliardenhaushalt Der Bundeshaushalt für Forschung, Technologie und Raumfahrt bleibt 2027 fast unverändert. Der Regierungsentwurf sieht für das Ressort von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) Ausgaben …

Alternative Daten: Neue Wege für die Arbeitsmarktforschung Klicks, Suchanfragen, Stellenanzeigen, GPS-Signale: Der digitale Alltag hinterlässt Milliarden von Spuren. Für die Arbeitsmarktforschung, die Krisen, Künstliche Intelligenz und digitale …

Was die WissZeitVG-Reform ändert Der Gesetzentwurf zur Reform der Befristungsregeln in der Wissenschaft ist beschlossene Sache. Die Bundesregierung hat den Entwurf zur Modernisierung des Befristungsrechts auf den Weg gebracht und greift damit tief …

Link defekt?
Sitemap