DHV zur Einbindung von KI-Werkzeugen in Studium und Lehre

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) befasste sich anlässlich des 74. DHV-Tags in Berlin mit dem Einsatz von KI im Hochschulbereich.
Dabei kam er hinsichtlich möglicher Chancen und Risiken in den Feldern Forschung und Lehre zu diesen Ergebnissen:
Chancen
- Unterstützung für Lehrende und Lernende
KI-Werkzeuge können als Tutoren und Lernbegleiter fungieren, den Wissenserwerb erleichtern und Studierende bei der Vertiefung ihres Wissens unterstützen. - Entlastung von Forschenden
KI kann zeitraubende Routineaufgaben übernehmen und so Freiräume für Forschung und Lehre schaffen. - Inspiration und Kreativität
KI-Werkzeuge können als Inspirationsquelle dienen und neue Ideenfindungsprozesse unterstützen.
Risiken
- Fehler und Falschaussagen
KI-generierte Texte können Fehler, Falschaussagen und Quellenfälschungen enthalten. - Diskriminierung und Stereotypisierung
KI-Systeme können diskriminierende oder stereotype Vorurteile aus den Trainingsdaten übernehmen und weiterverbreiten. - Plagiate und Datenschutz
KI-generierte Inhalte können Plagiate oder sensible Daten enthalten, die zu Urheberrechts- oder Datenschutzverletzungen führen können. - Erhöhtes Betrugspotenzial
KI-Software kann das Betrugspotenzial in Bildung und Wissenschaft erhöhen.
Handlungsempfehlungen
- Qualifizierung von Lehrenden und Studierenden
Hochschulen und Fachgesellschaften sollten Lehrende und Studierende im Umgang mit KI schulen und für Missbrauchsrisiken sensibilisieren. - Kennzeichnungspflicht
Wo KI-Werkzeuge eingesetzt werden, sollte eine Kennzeichnungspflicht gelten, um Transparenz zu schaffen und Missbrauch zu verhindern. - Eigenverantwortliche Begutachtung
Gutachterinnen und Gutachter müssen Textbewertungen weiterhin selbst vornehmen und dürfen diese nicht an KI-Systeme auslagern. - Gute wissenschaftliche Praxis
Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis müssen unter Berücksichtigung der neuen technologischen Möglichkeiten vermittelt werden. - Verbesserung der Betreuungsrelationen
An Universitäten und Hochschulen sollten bessere Betreuungsrelationen zwischen Lehrenden und Studierenden geschaffen werden, um die Chancen von KI optimal nutzen zu können.
Schlussfolgerungen
KI-Werkzeuge können Forschung und Lehre bereichern, bergen aber auch Risiken. Um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren, sind Qualifizierungsmaßnahmen, Transparenz und die Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis notwendig.
Fazit
Der DHV betont die Bedeutung des kritischen Denkens und der Fähigkeit, Sachverhalte auf der Basis gesicherten Wissens einzuordnen und zu bewerten, auch im Zeitalter von KI. Die ethischen Implikationen des Einsatzes von KI in Forschung und Lehre müssten weiter diskutiert und bewertet werden. Es sei wichtig, dass die Entwicklung und Nutzung von KI-Werkzeugen in einem transparenten und verantwortlichen Rahmen erfolgt.
VERWEISE
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