Digitalpakt 2.0: Fünf Milliarden Euro für die digitale Schule

Bund und Länder besiegeln Milliardeninvestition in digitale Bildung
Der Digitalpakt 2.0 ist startklar. Nachdem alle 16 Länder die Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet hatten, setzte Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien ihre Unterschrift darunter – rückwirkend zum 1. Januar tritt das Programm in Kraft, offiziell startet es am 1. September.
Bund und Länder öffnen damit gemeinsam den Geldhahn für die digitale Ausstattung der Schulen im Land.
Fünf Jahre, fünf Milliarden
In den kommenden fünf Jahren fließen insgesamt fünf Milliarden Euro in die digitale Bildung an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Bund und Länder teilen sich die Summe je zur Hälfte: Der Bund speist 2,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen »Infrastruktur und Klimaneutralität« ein, die Länder steuern denselben Betrag bei.
Prien sprach von gut investiertem Geld für gleichwertige Bildungschancen und betonte, die Fortbildung der Lehrkräfte – gerade mit Blick auf Künstliche Intelligenz – solle ebenso gestärkt werden wie länderübergreifende digitale Lösungen. Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, verwies darauf, digitale Bildung müsse stets mit pädagogischem Mehrwert einhergehen und Kinder wie Jugendliche zu einem souveränen Umgang mit digitalen Medien befähigen.
Infrastruktur als Schwerpunkt
Den größten Batzen erhält Handlungsstrang I, die digitale Bildungsinfrastruktur: 2,25 Milliarden Euro stellt der Bund als Finanzhilfe bereit, die Länder legen weitere 500 Millionen Euro aus eigenen Landesprogrammen obendrauf – ihr Eigenanteil muss mindestens zwei Neuntel der abgerufenen Bundesmittel betragen.
Von den Bundesmitteln fließen 2,1375 Milliarden Euro nach dem Königsteiner Schlüssel direkt in die Länder, orientiert an deren Wirtschaftskraft. Die restlichen 112,5 Millionen Euro sind für länderübergreifende Vorhaben reserviert: gemeinsame digitale Plattformen, Cloud-Angebote und technische Standards, die Doppelentwicklungen vermeiden und Schulen unabhängig vom Wohnort der Schülerinnen und Schüler auf ein vergleichbares digitales Niveau bringen sollen.
Forschung trifft Unterrichtspraxis
Auch Wissenschaft und Unterrichtsentwicklung profitieren: Über Handlungsstrang III investiert der Bund 250 Millionen Euro in praxisorientierte Forschung im Rahmen der Initiative »Digitales Lehren und Lernen«. Parallel setzen die Länder in Handlungsstrang II eigene Maßnahmen um, um Aufgaben- und Prüfungskultur weiterzuentwickeln und digitale Lerninhalte niedrigschwellig zugänglich zu machen.
Weniger Formulare, mehr Wirkung
Anders als der erste DigitalPakt Schule setzt die Neuauflage auf pauschalierte Zuweisungen und schlankere Berichtspflichten – ein spürbarer Unterschied für Schulträger und Landesverwaltungen gleichermaßen.
Gefördert werden unter anderem Schulnetzwerke, WLAN, Schulserver, digitale Ausstattung von Klassenräumen, mobile Endgeräte sowie Lehr- und Lernplattformen.
Die konkrete Umsetzung liegt bei den Ländern, die eigene Antrags- und Bewilligungsverfahren festlegen.
In aller Kürze
Digitalpakt 2.0 startet: Bund und Länder investieren fünf Jahre lang fünf Milliarden Euro in digitale Schulinfrastruktur, Lehrkräftefortbildung und länderübergreifende Standards – mit weniger Bürokratie als beim Vorgänger.
VERWEISE
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