Bildungsexport 2026: KI und Fachkräfte als neue Wachstumstreiber

Kontakte schlagen Präsenz: Was Bildungsexporteure wirklich erfolgreich macht
Der deutsche Bildungsexport steht vor einer Neuausrichtung: Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung sehen ihre größten Wachstumschancen künftig in Künstlicher Intelligenz, in Pflege- und Pädagogikthemen sowie in Angeboten zur Fachkräftegewinnung für Deutschland.
Das zeigt das aktuelle iMOVE-Trendbarometer, das das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner achten Auflage vorgelegt hat. Grundlage sind die Antworten von rund 100 exportaktiven Bildungsanbietern im Rahmen der Anbieterbefragung wbmonitor.
Weiterbildung bleibt das Rückgrat
Wer sein Auslandsgeschäft ausbauen will, setzt vor allem auf Weiterbildung. Rund 60 Prozent der Anbieter erbringen sie in Deutschland für ausländische Kundschaft, mehr als die Hälfte führt sie im Ausland durch – flexibel, modular und leicht an lokale Bedarfe anpassbar.
Ausbildung spielt eine kleinere Rolle und verläuft eher über den »Incoming«-Weg, weil mehrjährige duale Ausbildungsgänge stärker von Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen abhängen. Beratung zur Berufsbildung – etwa bei Curricula oder Werkstattplanung – bildet ein eigenständiges, anspruchsvolles Segment.
KI noch klein, aber mit größtem Sprung nach vorn
Besonders auffällig ist die Kluft zwischen heutigem Angebot und erwarteten Chancen. Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung ist bislang erst bei 5 Prozent der Anbieter Teil des Portfolios, doch mehr als ein Viertel erwartet hier Wachstum.
Ähnlich bei Fachkräfteeinwanderung: 10 Prozent bieten das Thema bereits an, 24 Prozent sehen Potenzial. Wirtschaftlich fällt Fachkräftegewinnung für Deutschland besonders ins Gewicht – 86 Prozent der Anbieter stufen sie als betriebswirtschaftlich wichtig ein, ein Spitzenwert unter allen abgefragten Aktivitäten.
Europa dominiert, aber nicht ausschließlich
Geografisch bleibt Europa der zentrale Zielraum: 61 Prozent der Anbieter waren zuletzt in West- und Nordeuropa aktiv, gefolgt von Süd- (42 Prozent) und Osteuropa (39 Prozent). Auch bei den Ausbauplänen dominiert der Kontinent klar.
Gleichzeitig bleibt die Branche global präsent, mit sichtbaren Aktivitäten in Asien, Afrika sowie Nord- und Lateinamerika – häufig getrieben durch einzelne Projekte statt breiter Marktdurchdringung.
Kontakte wichtiger als eigene Präsenz
Für den Erfolg im Ausland zählen aus Sicht der Anbieter vor allem belastbare Kontakte im Zielland (93 Prozent) sowie fundierte Marktinformationen und lokale Kooperationen (je 85 Prozent). Eine dauerhafte eigene Präsenz vor Ort gilt dagegen nur für 43 Prozent als entscheidend. Entsprechend richtet sich der größte Unterstützungsbedarf auf internationales Marketing, Anschubfinanzierung und »Türöffner«-Hilfe deutscher staatlicher Stellen.
Kundenseitig trägt ein Dreiklang aus staatlichen Einrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen das Geschäft – wirtschaftlich am tragfähigsten erweist sich dabei die Zusammenarbeit mit Unternehmen im In- und Ausland.
In aller Kürze
Bildungsexporteure setzen künftig verstärkt auf KI, Pflege und Fachkräftegewinnung, während Weiterbildung das Rückgrat bleibt. Europa dominiert, doch Kontakte und Marktwissen zählen mehr als eigene Auslandspräsenz.
VERWEISE
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