Sicherer Job schlägt Eigenheim: Was Erfolg heute bedeutet

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Was eine Ipsos-Studie über Erfolgsvorstellungen weltweit – und in Deutschland – zeigt

Ein fester Arbeitsplatz gilt weltweit als wichtigstes Zeichen eines gelungenen Lebens – noch vor den eigenen vier Wänden, der Familie oder der Ehe.

Das ist das zentrale Ergebnis der Studie »Life Aspirations 2026« von Ipsos, für die zwischen Februar und März 2026 rund 22.700 Erwachsene unter 75 Jahren in 30 Ländern befragt wurden, darunter etwa 1.000 Personen in Deutschland.

Arbeitsplatz vor Eigenheim, Eigenheim vor Familie

65 Prozent der Befragten nannten eine feste Vollzeitstelle als wichtiges Erfolgskriterium, 58 Prozent den Besitz einer eigenen Immobilie. Deutlich seltener wurden klassische Familienmeilensteine genannt: Elternschaft landete bei 31 Prozent, eine Eheschließung bei 25 Prozent.

Ipsos führt diese Priorisierung wirtschaftlicher Sicherheit auf hohe Wohnkosten, wirtschaftliche Unsicherheit und gestiegene Lebenshaltungskosten in weiten Teilen der Welt zurück.

Deutschland: Wenig Wert auf Wohneigentum

Hier zeigt sich eine deutliche Besonderheit für Deutschland: Während in Großbritannien 69 Prozent der Befragten – der Spitzenwert der Studie – Wohneigentum als zentrales Erfolgsmerkmal betrachten, sind es hierzulande nur 38 Prozent. Damit belegt Deutschland europaweit einen der hintersten Plätze.

Die Studie ordnet diese Differenz nicht im Detail ein, doch sie passt zu strukturellen Unterschieden zwischen den Ländern: Deutschland weist traditionell eine vergleichsweise niedrige Wohneigentumsquote und einen starken Mietmarkt auf, was sich offenbar auch in den Erfolgsvorstellungen der Menschen niederschlägt.

 

Das macht ein erfolgreiches Leben aus

 

Generationenkluft: Gleiche Werte, unterschiedliche Erwartungen

Bemerkenswert ist, dass sich die Generationen in ihren Wertvorstellungen kaum unterscheiden. Die Generation Z gewichtet Job, Wohnen und Familie in ähnlicher Reihenfolge wie ältere Jahrgänge. Der Unterschied liegt woanders: in der Erwartung, diese Ziele tatsächlich zu erreichen. Mit jeder jüngeren Generation sinkt das Vertrauen, wichtige Lebensziele im Laufe des eigenen Lebens noch zu erreichen – besonders ausgeprägt bei der Elternschaft und beim Wohneigentum.

In den westlichen Industrieländern erwarten inzwischen mehr junge Erwachsene der Generation Z, im Laufe ihres Lebens ein Haustier zu besitzen (58 Prozent), als Kinder zu bekommen (44 Prozent).

Die Studienautoren deuten das nicht als Wertewandel, sondern als Ausdruck struktureller Hürden: Wohnraum, Einkommen und ökonomische Perspektiven fehlen vielen jungen Menschen, um klassische Meilensteine überhaupt planen zu können.

Geschlecht und Einkommen als Trennlinien

Männer messen Ehe (+7 Prozentpunkte) und Elternschaft (+5 Prozentpunkte) im Schnitt größere Bedeutung bei als Frauen – ein Muster, das sich über nahezu alle untersuchten Länder zieht. Frauen wiederum geben durchweg häufiger an, traurig zu sein, sollten bestimmte Lebensziele nie eintreten.

Die klarste Trennlinie verläuft jedoch entlang des Einkommens: Wohlhabendere Haushalte messen traditionellen Meilensteinen durchweg mehr Bedeutung bei, haben sie häufiger bereits erreicht und blicken zuversichtlicher auf noch ausstehende Ziele. Einkommensschwächere Haushalte zeigen in allen drei Dimensionen deutlich weniger Zuversicht.


In aller Kürze
Weltweit gilt ein sicherer Job als wichtigstes Erfolgszeichen, Deutschland misst Wohneigentum jedoch kaum Bedeutung bei (38 % vs. 69 % in GB). Werte bleiben generationsübergreifend ähnlich – die Erwartung, sie zu erreichen, sinkt jedoch mit jeder jüngeren Generation.


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